Berlin : Polizist beraubt

Abgeordnete diskutieren über Gewalt gegen Beamte

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Erneut sind in Polizisten in Berlin angegriffen worden. Am Freitagabend wurde ein Beamter in Marzahn bei einer Geschwindigkeitsüberwachung von einem Unbekannten angegriffen und verletzt. Der 42-jährige Polizist saß in einem zivilen Dienstauto in der Allee der Kosmonauten, als er von hinten attackiert wurde, wie Polizeisprecher am Samstag mitteilten. Der Täter schlug den Polizisten durch das offene Wagenfenster unvermittelt mit der Faust ins Gesicht. Danach raubte der Täter nach Polizeiangaben noch einen Stadtplan und ein Dienstklemmbrett aus dem Auto und flüchtete – von Beamten hieß es am Samstag, ein bisher selten dreister Vorfall.

In Mitte wiederum wurde am Sonnabendmorgen ein Uniformierter, der in der Tucholskystraße als Objektschützer eingesetzt war, von einem Betrunkenen beleidigt und bedrängt. Als der angestellte Polizist den 45-jährigen Mann nach seinen Personalien fragte, sei er von diesem geboxt worden. Es sei zu einem Kampf gekommen. Ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma eilte dem Angegriffenen zu Hilfe, hieß es von der Polizei. Beide hätten dem Täter schließlich eine Handfessel angelegt. Der Polizist kam in ein Krankenhaus. Dem 45-jährigen Angreifer wurde nach der Feststellung seiner Identität auch Blut entnommen. Gegen ihn wird nun nach offiziellen Angaben wegen Beleidigung und Körperverletzung ermittelt.

Zuletzt hieß es aus zahlreichen Bundesländern, dass Gewalt gegen Polizisten zunehme. „Was tun gegen Gewalt gegen Polizei?“, fragen deshalb die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und haben für die Sitzung des Innenausschusses am Montag gleich den neuen Landeschef der Gewerkschaft der Polizei eingeladen. Michael Purper, Mitglied im Personalrat der Polizei, vertritt 14 000 Beamte in der Stadt. Ebenfalls für die Innenausschusssitzung hat die FDP einen Antrag vorbereitet: „Für ein tolerantes Berlin gegen politischen Extremismus – Imagekampagne für die Polizei starten!“ Die Gewerkschaft der Polizei lässt wissen, dass Beamte in Berlin einem bis zu viermal höheren Gewaltrisiko ausgesetzt sind als in anderen Gegenden Deutschlands.

Die Innenminister von Bund und Ländern waren sich auf der Innenministerkonferenz in Hamburg einig, dass Übergriffe auf Polizisten schärfer geahndet werden sollten – mit bis zu drei Jahren Haft. Bisher sieht das Gesetz zwei Jahre vor. Hannes Heine

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