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Potsdamer Bergsteigerin starb : Frau rutscht auf Berliner Expedition in Gletscherspalte

Jetzt wird klarer, wie die 38-jährige Bergsteigerin aus Potsdam in Pakistan gestorben ist. Offenbar rutschte die Frau versehentlich in eine Gletscherspalte - an einer Stelle, die Experten zufolge eigentlich als ungefährlich gilt.

von , und Torben David, Katharina Wiechers
Im Karakorum-Gebirge befindet sich der Broad Peak, an dem das Unglück geschah.
Im Karakorum-Gebirge befindet sich der Broad Peak, an dem das Unglück geschah.Foto: dpa

"Dort zu verunfallen ist so, wie wenn einen eine S-Bahn überfährt", sagte Thomas Sonnenburg, der Berliner Kontaktmann zu der Berliner Expedition im Basislager des 8051 Meter hohen Berges Broad Peak. Die sehr erfahrene Bergsteigerin Dana H. ist offenbar durch ein Versehen auf 4900 Meter Höhe im Karakorum-Gebirge verunglückt. Nach Informationen des Tagesspiegels aus einer österreichischen Gruppe im Basislager soll die Frau in einer Gletscherspalte verletzt worden oder ertrunken sein. Die Männer des österreichischen Teams sollen bei der Bergung der Toten geholfen haben.

Es war ihr Traum, diese Tour zu machen, und er endete dramatisch. Die Expedition des Berliner Outdoor-Fachgeschäfts „Der Aussteiger“ zur Gründung vor 20 Jahren wurde abgebrochen. Der 48-jährige in Berlin und Kapstadt lebende Expeditionsleiter Mario Bornschein versucht mit seinen neun Begleitern, so schnell wie möglich zurück nach Berlin zu kommen - aber das ist kompliziert. Alle stehen unter Schock, und es gibt noch keine freien Sherpas.

Die Verstorbene war sehr erfahren

Um das Basislager überhaupt zu erreichen, „muss man erst sechs Tage dorthin laufen“, sagt Thomas Sonnenburg, der mit dem Expeditionsleiter und einem Freund über Satellitentelefon Kontakt hält. Die nächste freie Sherpagruppe für den Abstieg sei Freitag verfügbar. Dann gehe es über den Karakorum-Gletscher zurück, Anfang der Woche wollen wieder alle in Islamabad sein.

Am 13. Juni war die Berliner Gruppe losgefahren. Am 6. Juli verstarb Dana H., wie am Montag bestätigt wurde. Ursprünglich waren 53 Reisetage veranschlagt gewesen.
Alles Beileid sei bei der Familie der 38-jährigen Potsdamerin, sagt Sonnenburg. Die Verunglückte arbeitete mit Jugendlichen im Freiwilligendienst. 2011 ist sie schon auf den 5000 Meter hohen Tserko Ri in Nepal gewandert, ist den Marathon in Berlin und Istanbul mitgelaufen, als Hobbies stehen im Bergsteiger-Steckbrief „ Packrafting, Musik, und Museen“.

Die Tourvorbereitung dauerte sieben Jahre

Der Leichnam der einzigen Frau im Team muss heruntergetragen und soll nach Potsdam überführt werden. In der Gruppe der elf sehr bergerfahrenen Berliner und Brandenburger sind nach Angaben von Thomas Sonnenburg „die Besten der Besten“, führende Mitglieder im Deutschen Alpenverein. „Die Tourvorbereitung hat sieben Jahre gedauert.“
Die Tour wurde vom RBB-Radiosender Radio Eins in einer Medienpartnerschaft begleitet, die Redaktion hat am Montag aus Pietät sämtliche Videos und Bilder zur Aktion von ihrer Website entfernt und ihre Betroffenheit ausgedrückt. Zur Gruppe gehört auch ein Radiohörer, der sich beworben hatte und der laut der Sender-Website kostenlos teilnehmen durfte. Alle anderen hatten wegen der Jubiläumsfeierlichkeiten einen günstigeren Preis als die sonst üblichen rund 10 000 Euro gezahlt.

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