Potsdamer Uferweg : Schöne Aussichten am Griebnitzsee

Ein neuer Bebauungsplan für den umstrittenen Uferweg soll Anrainer besänftigen, nachdem die ursprüngliche Planung der Stadt Potsdamer die Rechte der Privateigentümer missachtet hatte.

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Noch stehen die Barrieren. Nach der Einigung der Bundestagsfraktionen von CDU und FDP ist jetzt aber klar, dass Potsdam die Ufergrundstücke am Griebnitzsee kaufen kann. Wann der öffentliche Weg gebaut werden kann, steht noch nicht fest.Weitere Bilder anzeigen
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09.02.2011 12:00Noch stehen die Barrieren. Nach der Einigung der Bundestagsfraktionen von CDU und FDP ist jetzt aber klar, dass Potsdam die...

Für den seit mehr als zwei Jahren von Anrainern gesperrten Uferweg auf dem ehemaligen Mauerstreifen am Griebnitzsee hat die Stadt Potsdam einen überarbeiteten Bebauungsplan vorgelegt. Er soll die Grundlage dafür sein, den Uferweg auch über private Seegrundstücke durchzusetzen. Im aktuellen Entwurf, der vom Stadtparlament beschlossen werden muss, um rechtskräftig zu werden, seien 560 Einwendungen von Potsdamer Bürgern eingeflossen, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).

Potsdam habe „so gut wie alle Wünsche“ der Seeanrainer eingearbeitet – sofern sie den Uferweg nicht generell ablehnten. Damit habe die Stadt „alles Erdenkliche getan“, um einen Bebauungsplan vorzulegen, der vor Gericht Bestand hat, sagte Jakobs. Der erste Ufer-Bebauungsplan war im Mai 2009 vom Oberverwaltungsgericht kassiert worden. Die Stadt hatte darin die Rechte der Privateigentümer missachtet.

In der Neuauflage des Uferplans hat Potsdam den Seeanrainern offensichtlich viele Wünsche erfüllt. Die Stadt will 40 Bootshäuser erlauben – ein Vielfaches im Vergleich zum ersten Plan – , dazu 17 Stege und zwei Sammelsteganlagen. Der vier Meter breite und 2,8 Kilometer lange Uferweg wird zudem sehr kurvig und verläuft längst nicht mehr genau dort, wo einst die DDR-Grenzposten patrouillierten: Die Grundstückseigentümer konnten sich aussuchen, ob der Weg über ihr Grundstück lieber dicht am Wasser oder stattdessen an der Böschungskante verlaufen soll.

Die hohe Böschung entstand, als die DDR das Ufer aufschob, um dort die Grenzanlagen zu errichten. Für die Öffentlichkeit sind neben dem Weg eine Aussichtsplattform auf dem Wasser und zehn Orte zum Verweilen mit Bänken und Spielgeräten geplant.

Rechtskraft soll der neue Bebauungsplan im Herbst 2012 erlangen. Vorher muss er ein zweites Mal öffentlich ausgelegt werden. Potsdam rechne damit, dass spätestens Ende 2012 die ersten Klagen dagegen auf dem Tisch liegen, sagte Jakobs. Seeanrainer würden sicher erneut versuchen, den Uferweg zu verhindern. Die Stadt setze mit dem öffentlichen Weg, der insgesamt 13 Millionen Euro kosten soll, aber den Willen der Mehrheit der Potsdamer um. Am Ende könnten – wie im Streit um den Uferweg am Groß Glienicker See im Potsdamer Norden – Enteignungsverfahren stehen.

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