Berlin : Premiere des Mengele-Films : Götz George feiert mit den üblichen Verdächtigen

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Es gibt viele Wege, um vom Cinemaxx am Potsdamer Platz zum Ludwig-Erhard-Haus in der Fasanenstraße zu gelangen. Wohl der kürzeste führt unter anderem über die Tiergartenstraße, und genau der wurde gewählt, als nach der Premiere von "Nichts als die Wahrheit" die Gäste mit Bussen zu Wein, Bier und Häppchen kutschiert wurden.

Den vielen Passagieren mit bajuwarischem oder rheinischem Zungenschlag war das wohl eine Straße wie jede andere, für Einheimische aber ging der Film weiter. Tiergartenstraße Nr. 4, Zentrale der Aktion T 4, des Euthanasieprogramms der Nazis, auf das Josef Mengele alias Götz George sich ständig berufen hatte? Möglich, dass sich Produzent Werner Koenig genau diese Streckenführung erbeten hatte. In gleich drei Sälen war der Film gezeigt worden, ein Schild sprach nicht ganz korrekt von Weltpremiere. Die Reaktion muss man, zumindest in Saal 7, als verhalten bezeichnen, aber das mag auch daran gelegen haben, dass das Mengele-Thema alles andere als zum Jubeln ist. Die Runde, die sich mittags im Adlon der Presse gestellt hatte, Regisseur Roland Suso-Richter, Götz George, Kai Wiesinger und andere mehr, standen nun also vorne auf der Bühne, es gab Blumen für die Damen, und dann ging es auch schon zur Party.

Manches bekannte Gesicht war zur Premiere erschienen, Tempodrom-Frau Irene Mössinger, mit Ex-Loft-Chefin Monika Döring im Schlepptau, Michael Gwisdek, Regina Ziegler, Vadim Glowna - die üblichen Verdächtigen. Und die zahlreichen Security-Heinis wussten wieder nicht, wohin mit den Händen und standen also rum wie eine Fußballmannschaft beim Warten auf den gegnerischen Freistoß.

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