Berlin : Prinzgemahl und Wochenschau

Der Wintergarten hat zwei Glanzlichter im Programm: Prinzessin Stephanies Ehemann und den Kino-„Blick“

Heidemarie Mazuhn

Da konnte gestern Kris Kremo, einer der weltbesten Jongleure und letzter Vertreter einer Schweizer Artistendynastie, wirbeln wie er wollte – im Wintergarten-Varieté wartete alles nur auf einen Mann: den von Stephanie von Monaco. Im vergangenem Herbst hat die Prinzessin den zehn Jahre jüngeren portugiesischen Akrobaten Adans Lopez Peres heimlich in Genf geheiratet – jetzt tritt der 29-Jährige mit seinem sieben Jahre jüngeren Bruder Ivan im neuen Wintergarten-Programm „Capriccio“ auf. Das stellte gestern Regisseur Bernhard Paul vor ungewohnt großem Medienauflauf in der Potsdamer Straße vor. Am 6. Februar hat die Show Premiere. Bis zum 25. April – so lange läuft „Capriccio“ – wird da sicher so mancher Zuschauer hoffen, außer den „Peres Brothers“ auf der Bühne auch den Grimaldi-Spross im Parkett zu sehen.

Wenn Stephanies Mann in seinem Wesen dabei so gut ist, wie er aussieht und so vertrauenserweckend zuverlässig, wie er seinen Bruder auf dem Kopf oder mit den Händen balanciert – dann hat Fürst Rainiers Jüngste diesmal den Richtigen erwischt. Allerdings ließ sich der mit Zirkuspreisen schon hoch geehrte Athlet weder Palast- noch Ehegeflüster entlocken. Nur zu seiner artistischen Kunst will er sich in Berlin äußern, und die Fragen müssen ihn vorher schriftlich auf Englisch vorgelegt werden. Und wie durchsickerte, soll das monegassische Fürstenhaus gegen jede Falschmeldung juristisch vorgehen. Den Pressebeobachtern im Palast entgehe nicht das kleinste falsche Wort, heißt es.

Stephanie hin, Adans her – mit der Verpflichtung der Brüder Peres hat das Wintergarten-Varieté im neuen Jahr einen Coup gelandet. Der ließ gestern beinahe ein weiteres Glanzlicht verblassen: Unter dem Motto „Heute vor 50 Jahren“ wird den Varietébesuchern in der Potsdamer Straße vom 6. Februar an täglich zu Vorstellungsbeginn eine zehnminütige Originalvorführung vom „Blick in die Welt – Deutsche Filmwochenschau“ gezeigt. Die „Mutter aller Tagesschauen“ lief von 1945 bis 1985 im Kino – Sonnabend war Neuigkeiten-Tag. Die Idee dazu hatte Varieté-Geschäftsführer Georg Strecker. Denn im alten Wintergarten liefen 1895 die ersten bewegten Bilder in Deutschland. Fernsehproduzent Friedrich Küppersbusch setzte die Idee vom neuen alten „Blick in die Welt“ um. Den hatte lange Jahre Gerhard Holland produziert. Der 76-Jährige überreichte gestern persönlich die ersten Filmdosen, assistiert von – Konrad Adenauer. Im Gegensatz zu Adans Peres plauderte der 1945 geborene Enkel des „Alten“ über seine Familie: Seinen Großvater, so verriet der Kölner Anwalt und CDU-Kulturpolitiker, habe er in seiner Kindheit öfter in der „Blick“-Wochenschau als daheim gesehen.

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