Pro-Kopf-Einkommen : Jeder siebte Berliner von Armut bedroht

Das Einkommen von jedem siebten Berliner lag im vergangenen Jahr unter der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle. Am meisten gefährdet sind Bewohner von Mitte. In Steglitz-Zehlendorf ist das Armutsrisiko stadtweit am geringsten.

14,1 Prozent der Hauptstädter und 13,8 Prozent der Märker lagen mit ihrem Einkommen unter der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle, teilte das Statistische Landesamt Berlin-Brandenburg am Freitag mit. Diese liegt bei 60 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens und wird für Berlin mit 742 Euro und in Brandenburg mit 749 Euro angegeben.

Bei Alleinlebenden, Alleinerziehenden und ihren Kindern sowie Haushalten mit zwei Erwachsenen und mehr als zwei Kindern war das Armutsrisiko erheblich erhöht. Für diese Personengruppen wurden in Berlin Armutsrisikoquoten zwischen 20,4 Prozent und 25,4 Prozent sowie in Brandenburg zwischen 27,7 Prozent und 36,3 Prozent ermittelt.

Auch gering Qualifizierte waren in beiden Ländern mit jeweils rund einem Viertel überdurchschnittlich armutsgefährdet. In Berlin hatten Menschen aus Zuwandererfamilien mit 26,5 Prozent ein fast dreimal so hohes Armutsrisiko wie Hauptstädter ohne Migrationshintergrund (9,9 Prozent).

Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg gab es 2009 regional unterschiedliche Armutsrisiken. Am mittleren Berliner Haushaltseinkommen gemessen war Steglitz-Zehlendorf der Berliner Bezirk mit der geringsten Armutsgefährdungsquote (7,6 Prozent). Das höchste Armutsrisiko bestand für die Einwohner der Innenstadtbezirke Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Über ein Fünftel der Bevölkerung war hier armutsgefährdet (Mitte: 23 Prozent, Neukölln: 21,1, Friedrichshain-Kreuzberg: 21,0).

Unter den Kreisen und kreisfreien Städten Brandenburgs wies Potsdam-Mittelmark mit 6,5 Prozent im Jahr 2009 die geringste Armutsgefährdungsquote im Brandenburger Maßstab auf. Die höchste Armutsgefährdung im Land Brandenburg war mit 23,6 Prozent in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) und in den Landkreisen Uckermark und Prignitz (18,8 beziehungsweise 18,6) zu verzeichnen. (ddp)

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