Berlin : Pro & Contra: Ungewohnte Schreibweise Anrufern sind neue Regeln fremd geblieben

Rainer W. During

Nur 34,7 Prozent der Anrufer, die sich am Sonntag an der Abstimmung des Pro & Contra beteiligten, haben sich an die neue Rechtschreibung gewöhnt. Mit 65,3 Prozent der 1887 Teilnehmer hat sich die Mehrheit noch nicht mit den neuen Regeln anfreunden können.

Eine Wiedereinführung des alten Regelwerks würde in Berlin nur bei den Schulbüchern einen größeren Aufwand verursachen. Die 1999 erfolgte Umstellung auf die neue Schreibweise war für das Land Berlin weitgehend kostenneutral. Auch eine Rücknahme der Reform würde den Haushalt kaum belasten, sagte die Sprecherin der Innenverwaltung, Henrike Morgenstern. Die vorhandenen Vordrucke würden, wie bereits vor fünf Jahren, aufgebraucht. Allerdings wäre das Personal mit der Neugestaltung von Formularen und internen Schulungen stark eingebunden.

Innensenator Erhart Körting (SPD) kritisiert die neuerliche Diskussion dennoch – wenn auch aus anderen Gründen: „Ich sehe das bei meinen eigenen Kindern, die noch zur Schule gehen und sich mühsam umgestellt haben: Hier wird aus Rechthaberei ein Konflikt auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen.“

Eine erneute Umstellung würde viele Menschen „extrem verwirren“ und finanziell sowie ideell „einen Riesenaufwand“ bedeuten, so die Sprecherin von Schulsenator Klaus Böger (SPD), Anne Rühle. Der sukzessive Austausch der Schulbücher sei gerade erst abgeschlossen. Für die übrigen Behörden hieße eine Rückkehr zur alten Schreibweise in erster Linie die Rechtschreibprogramme in den Computern zu ändern, Online-Dokumente anzupassen und die Mitarbeiter neu zu schulen. Kein Riesenaufwand, wie es in verschiedenen Bezirksverwaltungen und auch im Abgeordnetenhaus hieß.

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