Berlin : Probanden für Pilotprojekt gesucht: Sportabzeichen für Menschen mit Aids

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Bis zum Herbst sollen in Berlin die Voraussetzungen geschaffen werden, damit Menschen mit HIV und Aids das Sportabzeichen ablegen können. Bislang ist das nicht möglich. Denn der Verlauf der Immunschwächekrankheit stellt spezielle Anforderungen an die Leistungsklassen. Normierte Zeiten sind für die Sportler schwer einzuhalten, wenn die Tagesform nicht stimmt. Derzeit gibt es für Menschen mit HIV und Aids keine Kategorien, die erfüllt werden müssen, um das Sportabzeichen abzulegen. Auch die Sonderklasse für Schwerbehinderte stellt für viele Sportler ein Handicap dar.

Das soll sich nun ändern. Der Behinderten-Sportverband Berlin, die Berliner Aids-Hilfe, die Schwulenberatung und der Sportverein Vorspiel haben in den letzten zwei Monaten spezielle Prüfbedingungen für HIV- und Aids-Patienten entwickelt. Dabei wurden die Besonderheiten des chronischen Krankheitsbildes berücksichtigt. Zwischen Juli und September sollen rund 30 Freiwillige die entwickelten Sportabzeichen-Übungen testen. Die Übungen beinhalten neben einer Schwimm-, Lauf- und Springübung, auch eine Kraft- und eine Ausdauerübung. Besonders ausgebildete Übungsleiter, Sportmediziner und Ärzte, die sich auf HIV-Patienten spezialisiert haben, begleiten das Pilotprojekt, das der Deutsche Sportbund begrüßt.

Nach Angaben der Berliner Aids-Hilfe lebten 1999 allein in Berlin ungefähr 10 000 HIV-Positive und Aids-Kranke. "Viele von ihnen halten sich mit Sport fit, und möchten auch einen Nachweis dafür", sagt Kirstin Fussan-Freese, die Vorsitzende des Behinderten-Sportverbands. Das Sportabzeichen sei für die Betroffenen eine zusätzliche Möglichkeit, sich und anderen ein beachtliches Maß an körperlicher Fitness zu beweisen - und so ganz selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

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