Probleme auf Großbaustelle : Sanierung der Staatsoper könnte teurer werden

Schon zweimal haben "überraschende" Funde die Bauarbeiten an der Staatsoper verzögert. Und während sich Opposition und Regierung im Abgeordnetenhaus noch über das richtige Vorgehen am Bau streiten, droht das Budget aus dem Ruder zu laufen.

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Große Baustelle. Die Sanierungsarbeiten an der Staatsoper Unter den Linden sind schon lange nicht mehr im ursprünglichen Zeitplan.Weitere Bilder anzeigen
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09.02.2013 14:47Große Baustelle. Die Sanierungsarbeiten an der Staatsoper Unter den Linden sind schon lange nicht mehr im ursprünglichen Zeitplan.

Weil der Senat mit der Verspätung bei Großprojekten wie dem Flughafen oder der Staatsoper Unter den Linden sogar der S-Bahn Konkurrenz macht, sah sich die Stadt bundesweit dem Spott ausgesetzt. In Berlin bringt das den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nicht aus der Ruhe – jedenfalls im Abgeordnetenhaus nicht. Im Gegenteil, im Kulturausschuss quittierte er die Anfeindungen der Opposition mit bissigem Spott. Dabei hatten Grüne und Linke nur die Frage aufgeworfen, ob die „überraschenden“ Holzfunde unter der Staatsoper wirklich das letzte Kapitel in der Geschichte der Pleiten und Pannen des 242-Millionen-Euro-Projektes seien.

Die Grünen-Abgeordnete Sabine Bangert jedenfalls erinnerte daran, dass bereits zuvor auch ein Tresorraum „überraschend’“ gefunden worden sei – was zur ersten Verzögerung des Projektes geführt hatte. Von einem „Déjà-vu-Erlebnis“ sprach deshalb auch Linken-Genosse Wolfgang Brauer. Und er erinnerte mit gewisser Genugtuung daran, dass er bereits bei der Planung der Sanierung gefordert hatte, die komplizierte unterirdische Tunnelanlage wegen der damit verbundenen Kosten- und Zeitrisiken wegzulassen. Er möge seine Fähigkeiten doch der Bauwirtschaft andienen, empfahl ihm Wowereit bissig und konterte: Es gebe immer unvorhergesehene Dinge, wenn man „mit Altbausubstanz arbeitet“. Dies sei eben hinzunehmen – sonst „kann man gar nichts mehr bauen“.

Doch bereitet der Senat die Stadt womöglich ganz vorsichtig darauf vor, dass nach der zeitlichen Verschiebung auch das Budget aus dem Ruder läuft? Wowereit lobte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher jedenfalls dafür, dass sie im Abgeordnetenhaus vorsichtig formulierte: „Im Moment sind wir in den Kosten.“ Vor zwei Wochen, als der Planungsgau vorgestellt worden war, hatte sie die Einhaltung des Budgets noch deutlicher zugesagt. Manager anderer Großprojekte, die nicht genannt werden wollen, halten es ohnehin für ausgeschlossen, dass die vielen bereits beauftragten Bauunternehmen nicht die Gelegenheit zu „Nachforderungen“ nutzen, die eine Verzögerung ihres Einsatzes möglich machen könnte. Da könnte einiges zusammen kommen. Von den 242 Millionen Euro, die Sanierung und Erweiterung kosten, sind bereits Leistungen über mehr als 170 Millionen Euro vergeben, sagte Lüscher.

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