Protest : 60 Menschen demonstrieren gegen Thor Steinar-Laden

Politiker der Grünen, der SPD und der Linken haben heute Flugblätter zur Aufklärung über den umstrittenen Laden verteilt. Sie wollen damit Passanten über das Thor Steinar-Label aufklären. Weitere Aktionen sollen folgen.

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Sie wollen aufklären: Kommunalpolitiker demonstrieren gegen Thor Steinar. -Foto: ddp

Rund 60 Menschen haben am Freitagvormittag gegen die Eröffnung eines Textilgeschäftes der Marke "Thor Steinar" in Berlin-Mitte demonstriert. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, verlief die Veranstaltung in der Rosa-Luxemburg-Straße ohne Zwischenfälle. Neben Vertretern der Parteien Linke sowie Grüne waren auch Mitglieder antifaschistischer Gruppen unter den Demonstranten. Die Polizei war mit rund 100 Beamten im Einsatz.

Die jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Clara Herrmann, forderte eine sofortige Kündigung des Mietvertrags für das
Geschäft. "Niemand soll Kleidung mit rechtsradikalem Bezug kaufen", fügte sie hinzu. Besonders gefährlich sei die Strategie der rechten Szene, mit normalem Auftreten in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen. Die Linksfraktion-Expertin für Rechtsextremismus, Julia Wiedemann, kündigte weitere Aktionen an.

Die Frau des Besitzers des angrenzenden Bistros zeigte sich erstaunt über die Eröffnung. "Wir wussten nicht, dass diese Marke mit Rechtsextremismus zu tun hat", sagte die Türkin, die in Deutschland aufgewachsen ist. Solange es ruhig bleibe und niemand hetze, habe sie jedoch kein Problem mit den neuen Nachbarn. Die Verkäuferinnen des Modegeschäfts wollten sich nicht zu der umstrittenen Marke äußern, sie hätten jedoch keinerlei Bedenken dort zu arbeiten. (liv/ddp)

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