Protest in Berlin : Schüler und Studenten demonstrieren gegen Rassismus

Rund 2700 Schüler, Studenten und Auszubildende haben am Mittwoch beim "Refugee, Schul- und Unistreik" teilgenommen. Die Demonstration lief bundesweit.

Yasmin Polat
Schüler demonstrieren gegen Rassismus.
Schüler demonstrieren gegen Rassismus.Foto: Yasmin Polat

„Rassismus ist so ’33“ steht auf dem Banner, das eine Schülerin in der Hand hält. „Antifa“, „Internationalistische Jugend“ und „#Nazifrei“ sind weitere Aufschriften, die in der Menge zu sehen sind. Etwa 2700 Schüler, Studenten und Auszubildende aus ganz Berlin sind am Mittwochmittag am Bahnhof Gesundbrunnen losgezogen, um beim „Refugee Schul- und Unistreik“ teilzunehmen .

Dieses Jahr lief der Streik erstmalig bundesweit. Veranstaltungen gab es in 14 weiteren Städten. Wie in Berlin gingen dort junge Menschen auf die Straße, um gegen „einen Rechtsruck in der Gesellschaft“ zu protestieren. Außerdem forderten sie das Bleiberecht von Asylbewerbern in Deutschland. In Berlin zogen die Demonstranten durch Wedding und Moabit, an Flüchtlingsheimen und dem Lageso vorbei. Unter den Demonstrierenden war auch der Journalist und ehemalige Labelbetreiber Marcus Staiger. Der 45-Jährige ist Mitglied des Bündnis für bedingungsloses Bleiberecht, nahm aus diesem Grund an dem Streik teil: "Mir ist wichtig, dass das Soziale endlich Politisch wird", sagte Staiger.

Farbeimer wurde auf Schülerinnen geworfen

Die Demonstration hatte wohl nicht nur Befürworter, am U-Bahnhof Pankstraße soll ein Farbeimer aus dem vierten Stock eines Wohnhauses auf die Straße geworfen worden sein. "Schülerinnen wurden mit Farbe bespritzt", sagte ein 24-jähriger Student. In der Schererstraße in Wedding wiederum wurde im obersten Stockwerk eines Wohnhauses ein Feuerwerk zur Unterstützung der Demonstration gezündet, das auf großen Jubel in der Menge stieß: "Wenn ich weine, schmecken meine Tränen nicht nach Döner", rief ein Sänger auf einem der Lautsprecherwagen in die Menge. "Und die Tränen von Peter schmecken nicht nach Sauerkraut. Es gibt keine Länder, wir sind alle eins!"

Auch Lehrer nahmen teil

Endpunkt war der Hauptbahnhof. „Für uns ist die Konsequenz aus Antirassismus, dass jeder Mensch auf der Welt ein sorgenfreies Leben leben kann“, sagte Jan Börger, Pressesprecher des Streiks. „Alles, was dem entgegen wirkt ist für uns rassistisch“, sagte der 18-Jährige, der die Sophie-Scholl-Gesamtschule besucht. Schüler haben kein offizielles Streikrecht, viele ließen sich für den Tag entschuldigen – und nicht nur sie. Nach Bögers Beobachtung nahmen auch einige Lehrer an dem Streik teil.

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