Protestaktion : Ärger in Kleinmachnow

Etwa 1500 Menschen, darunter auch viele Berliner, drängten sich dort am Montagabend bei einer überregionalen Protestveranstaltung gegen die geplanten Flugrouten des Flughafens BBI in Schönefeld.

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1.500 Menschen versammelten sich am Montagabend auf dem Kleinmachnower Rathausmarkt, um gegen die geplanten Flugrouten des Flughafens BBI zu protestieren.
1.500 Menschen versammelten sich am Montagabend auf dem Kleinmachnower Rathausmarkt, um gegen die geplanten Flugrouten des...Foto: Thilo Rückeis

So voll war es auf dem Kleinmachnower Rathausmarkt schon lange nicht mehr. Auf Plakaten wurde ein „Ende des Täuschens und Tricksens“ verlangt, während Bürgerinitiativen Unterschriften sammelten und gleich vier Bürgermeister ihrem Ärger Luft machten.

„Jahrelang gingen wir davon aus, dass wir keine vom Lärm betroffene Region sind“, sagte Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD). Noch immer kenne man die neuen Routenpläne der Deutschen Flugsicherung nur aus der Presse. Bei 1500 Metern Flughöhe über Kleinmachnow werde der Lärm im Freien aber um 60 Dezibel steigen.

Kleinmachnow macht gegen BBI-Flugrouten mobil
1.500 Menschen versammelten sich am Montagabend auf dem Kleinmachnower Rathausmarkt, um gegen die geplanten Flugrouten des Flughafens BBI zu protestieren.Alle Bilder anzeigen
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20.09.2010 21:071.500 Menschen versammelten sich am Montagabend auf dem Kleinmachnower Rathausmarkt, um gegen die geplanten Flugrouten des...

Grubert verlas einen Brief an Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), den er zusammen mit den Bürgermeistern von Stahnsdorf, Teltow und Steglitz-Zehlendorf verfasst hat. Die Bürger seien „sehr emotional, aber auch objektiv“ berührt von der „erheblichen Erhöhung“ der Feinstaub- und Lärmbelastung, heißt es darin. Es gebe „dringenden Handlungsbedarf“.

Norbert Kopp, Rathauschef in Steglitz-Zehlendorf, kündigte noch für diese Woche den Start einer Unterschriftensammlung in den Bürgerämtern an und kritisierte, keine der betroffenen Gemeinden sei bisher in der BBI-Lärmschutzkommission vertreten.

Für deren Sitzung am 27. September bekamen die Politiker nun doch noch eine Einladung – die aber trotz des Datums 15. September auf dem Briefkopf erst eine Stunde vor der Demo eintraf. Vertreter der Bürgerinitiativen in Zehlendorf, Stahnsdorf und Teltow sahen ihr „Recht auf rechtliches Gehör“ verletzt und luden gleich zur nächsten Kundgebung am 4. Oktober auf dem Steglitzer Hermann-Ehlers-Platz ein.

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