• Prozessbeginn nach tödlichen Schüssen auf Blumenhändler Der Haupttäter ist auf der Flucht,

Berlin : Prozessbeginn nach tödlichen Schüssen auf Blumenhändler Der Haupttäter ist auf der Flucht,

der Komplize steht vor Gericht

Tanja Buntrock

Die Tat hatten sich die beiden Männer genau überlegt: Halil H. und Georgi B. nahmen bei ihren Planungen laut Staatsanwaltschaft in Kauf, die Mitarbeiterin eines Blumengroßhandels zu erschießen – um an deren Geldkoffer zu kommen. Am Ende wurde das Vorhaben von einem mutigen Blumenhändler durchkreuzt: Er kam der Frau zu Hilfe und bezahlte dafür mit dem Leben. Die Tatverdächtigen konnten zunächst flüchten. Einer der beiden, Halil H., wurde am 7. Juli 2003 in einer Lichtenberger Wohnung gefasst. Er muss sich am Freitag vor dem Landgericht wegen versuchten Mordes an der Blumengroßhändlerin Claudia J. und wegen „Beihilfe zum Raub mit Todesfolge“ verantworten.

Am 7. April 2003 hatten die beiden Bulgaren ihren Plan in die Tat umgesetzt. Um 11.30 Uhr zog Georgi B. ohne Vorwarnung eine Waffe vor dem Eingang einer Sparkasse in der Lichtenberger Bernhard-Bästlein-Straße und schoss auf Claudia J. Glücklicherweise traf er sie nicht richtig – sie ging schwer verletzt zu Boden. Halil H. wartete derweil im Fluchtfahrzeug. Dann geschah das, was die beiden Räuber nicht eingeplant hatten: Der 66-jährige Blumenhändler Kurt H., der den Überfall verfolgte, wollte Claudia J. helfen. Georgi B. schoss den Blumenhändler nieder und rannte mit dem silbernen Geldkoffer, in dem sich 45 000 Euro befanden, zum Fluchtauto. Die Männer entkamen.

Das Fahrzeug, einen silber-anthrazitfarbenen „Seat Ibiza“ mit kyrillischer Schrift auf den Nummernschildern, fand die Polizei einen Tag später in der Marzahner Pekrunstraße. Die Spur führte die Kripo nach Bulgarien. Ob der Todesschütze Georgi B. sich dort aufhält, sei unklar, sagte Konrad Zehnpfenning, Leiter der 6. Mordkommission, dem Tagesspiegel. „Da der Mord an dem Blumenhändler im gemeinsam gefassten Tatplan nicht vorgesehen war, kann Halil H. dafür auch nicht belangt werden“, erklärte Justizsprecher Björn Retzlaff.

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