Rathausbrücke : Reeder wollen keine Regeln

Beim Abriss und Neubau der Rathausbrücke vor den Resten des Palastes der Republik muss der Schiffsverkehr reduziert werden. Die Arbeiten sollen zwei Jahre dauern. Sperrungen soll es aber nur außerhalb der Saison geben.

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Nadelöhr Rathausbrücke: Wegen Bauarbeiten muss der Schiffsverkehr eingeschränkt werden. -Foto: Thilo Rückeis

Kurz vor dem Ende der diesjährigen Saison können die Reeder der Ausflugsschiffe dem nächsten Jahr etwas gelassener entgegensehen. Die befürchteten Einschränkungen im Schiffsverkehr beim Abriss und Neubau der Rathausbrücke seien reduziert worden, sagte Jürgen Loch, Geschäftsführer der Stern und Kreisschifffahrt, der größten Reederei der Stadt. Sperrungen für den Schiffsverkehr werde es an der Baustelle fast nur noch außerhalb der Saison geben. Die Ausflugsschiffe könnten damit weiter auf ihrer bisherigen Routen fahren und wie üblich erst vor der Mühlenschleuse wenden.

Wie viele Schiffe die Baustelle passieren können, steht allerdings noch nicht fest. Die Durchfahrt ist während der zweijährigen Bauzeit eingeengt. Das Wasser- und Schifffahrtsamt will, dass die Reeder sich untereinander verständigen, weniger Fahrten bis zur Mühlendammschleuse ins Programm zu nehmen als heute. In der Saison wenden nach Angaben des Amtes bis zu 160 Schiffe pro Tag in diesem neuralgischen Bereich. Das sei schon jetzt „sehr kritisch“, weil auch etwa 500 Schiffe und Boote aus und in die Schleuse fahren wollten, denen dann zum Teil der Warteplatz fehle.

Die Reeder dagegen wollen den bisherigen Verkehr aufrechterhalten, weil die Fahrten sonst unattraktiver würden: Viele Sehenswürdigkeiten wären nicht mehr vom Wasser aus zu besichtigen, wenn die Schiffe weit vor der Brücke wenden müssten. Loch schlägt vor, hier nichts zu regeln und den Verkehr wie bisher laufen zu lassen. Die Schiffsführer seien „erfahrene Hasen“, die auch mit Engstellen umgehen könnten. Auch beim Abriss des Palasts der Republik sei es durch am Ufer liegende Lastkähne anfangs zu Engpässen vor der Rathausbrücke gekommen, die auch bewältigt worden seien.

Sollte der Schiffsverkehr doch reglementiert werden, hofft Loch, dass die Baupontons unter der Brücke an Wochenenden entfernt werden, so dass der Verkehr wenigstens in den nachfragestärksten Zeiten weitgehend ungehindert abgewickelt werden könnte. Beschränkungen sollte es nur werktags geben, wünscht sich Loch.

Sollten sie generell unvermeidlich sein, schlägt er vor, an der Friedrichsbrücke, die zwischen der Alten Nationalgalerie und dem Dom die Museumsinsel mit der Burgstraße verbindet, eine Grenze zu ziehen: Wer seine Startanlegestelle zwischen der Friedrichsbrücke und der Rathausbrücke habe, solle dann weiter wie bisher fahren dürfen, andere Schiffe müssten vorher wenden. Dies würde nach Lochs Angaben auch die Stern- und Kreisschifffahrt treffen; drei Schiffe könnten dann wie üblich fahren, vier dürften den Baubereich nicht mehr passieren. Ähnlich sehe es bei den meisten anderen Reedereien aus. Das Wasser- und Schifffahrtsamt könne in einem Büro der Reederei am Nikolaiviertel eine Leitstelle einrichten, um den Verkehr zu regeln.

Abriss und Neubau der Rathausbrücke sind kompliziert, weil unter dem Bauwerk eine Fernwärmeleitung verläuft. Sie kann im Winter, wenn der Ausflugsverkehr auf dem Wasser weitgehend ruht, nicht unterbrochen werden. Dies ist nur im Sommer möglich. Deshalb wird es dann auch zu mehrtägigen Sperrungen des Schiffsverkehrs in der Hochsaison kommen.

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