Berlin : Ratlose Fahrgäste – und von Hilfe keine Spur

Nach Kritik will BVG die Informationen zu den Sperrungen bei der U-Bahn verbessern

Klaus Kurpjuweit

Unkundige Fahrgäste rätseln bei der U-Bahn weiterhin, wie sie an ihr Ziel kommen. Informationen zur Sperrung der Linien U 1 und 15 zwischen Nollendorfplatz und Hallesches Tor sind nach wie vor rar. Vor allem Touristen aus dem Ausland sind oft hilflos. Die Berlin Tourismus Marketing bemängelt, dass es Hinweise auf die Sperrung, sofern vorhanden, nur auf Deutsch gibt.

Auf dem Umsteigebahnhof Wittenbergplatz weisen am Eingang kleine Plakate auf die Sperrung hin. Kaum einem Fahrgast fällt die Fahrplanänderung auf – zumal die Linienschilder, auf denen die Bahnhöfe bis zur Endstation eingezeichnet sind, nicht überklebt oder auf den aktuellen Stand gebracht sind.

Nur hin und wieder ist auf dem „dynamischen Auskunfts- und Informationssystem (Daisy)“ in kleiner Schrift zu lesen, dass es zwischen Nollendorfplatz und Hallesches Tor keinen Zugverkehr gibt und die Fahrgäste deshalb mit der U 2 zum Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park fahren müssen, wo sie dann in den Bus Richtung Hallesches Tor umsteigen können. Dort geht es dann wieder planmäßig mit der U-Bahn weiter bis zum Endbahnhof Warschauer Straße.

Als Endbahnhof zeigt Daisy unverdrossen „Warschauer Straße“ an, obwohl die Bahnen ihre Fahrt bereits am Nollendorfplatz beenden. Dass es gestern am Wittenbergplatz niemanden gab, der Fahrgästen beistand, habe daran gelegen, dass ein Mitarbeiter krank geworden sei, so die BVG. Einen Ersatz habe man nicht finden können. Heute soll nicht nur am Wittenbergplatz wieder ein Mitarbeiter präsent sein. Nach der Anfrage des Tagesspiegels zu den unzureichenden Informationen teilte BVG-Sprecherin Barbara Mansfield mit, dass zusätzlich jetzt auch auf den Bahnhöfen Möckernbrücke und Bülowstraße sowie vor der wegen der Bauarbeiten geschlossenen Station Kurfürstenstraße „deutlich sichtbare“ Mitarbeiter postiert würden.

Soweit ist Hamburg längst: Auch dort ist eine U-Bahn-Strecke für zwölf Wochen unterbrochen. An den Endbahnhöfen wurden eigens Informationscontainer aufgebaut – und an den Unterwegsstationen steht Personal Rede und Antwort.

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