Berlin : Rauschgiftdelikte: Riesige Drogenmengen sichergestellt

Die Zahl der aufgedeckten Rauschgiftdelikte in Berlin ist im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. Bis Ende November wurden rund 13 500 Fälle registriert, im Vergleichszeitraum 1999 waren es dagegen nur 4400. Dies sagte Polizeipräsident Hagen Saberschinsky gestern der Agentur ddp. Der Anstieg sei einerseits auf viele Altfälle zurückzuführen, die erst 2000 bearbeitet werden konnten. Andererseits habe die Polizei ihre Kontrollen im Stadtgebiet wesentlich verstärkt.

Der illegale Handel und Schmuggel von Rauschgift sei um neun Prozent gestiegen. Bis Ende November des vergangenen Jahres verzeichnete die Polizei 3 022 Fälle, im Vorjahr waren es rund 2770.

Bei allen Drogenarten hätten im Jahr 2000 die Sicherstellungen durch die Polizei "teils sehr stark" zugenommen. Bei den Amphetaminen hätten die Beamten 24 Kilogramm gegenüber 1,9 Kilogramm im Vorjahr beschlagnahmt, sagte Saberschinsky. Zudem seien im Vorjahr 315 Kilogramm Haschisch (Vorjahr 62), 109 Kilogramm Marihuana (35), 41 Kilogramm Heroin (20) und 55 000 Ecstasy-Pillen (7000) aus dem Verkehr gezogen worden. Nach Angaben Saberschinskys stammen 30 bis 40 Prozent der in Berlin auf dem Markt angebotenen Amphetamine aus Polen, 60 bis 70 Prozent kommen aus den Niederlanden. Der Stoff werde überwiegend von deutschen Dealern weiterverkauft.

"Bei aller Entwicklung ist die Bundeshauptstadt aber keine Drehscheibe der Drogenmafia für Ostdeutschland und andere europäische Staaten", sagte der Polizeipräsident. Berlin nehme zwar eine wichtige Rolle in diesem Kriminalitätsbereich ein. Eine 3,4 Millionen-Stadt habe eine relativ große Anzahl von Drogenkonsumenten. Zudem spiele die Stadt auch eine "gewisse Rolle" für das Umland.

In Berlin starben im vergangenen Jahres 215 Menschen an Drogen, das sind zehn mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Toten kann sich noch erhöhen, da die Zahlen noch nicht endgültig sind. Im gleichen Zeitraum 1999 waren es nur 192 Tote. Berlin liegt unter den deutschen Bundesländern bei der Zahl der Drogentoten hinter Nordrhein-Westfalen (470), Bayern (335) und Baden-Württemberg (274) an vierter Stelle.

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