Berlin : Razzia wegen Falschgelds

Polizei suchte Blüten für 30 Millionen Dollar. Zwei Festnahmen nach bundesweitem Einsatz.

Tanja Buntrock

Bei einer groß angelegten Razzia wegen des Verdachts der Geld- und Wertzeichenfälschung sowie Drogenkriminalität, Betruges und Urkundenfälschung hat die Polizei am Dienstag Wohnungen, Keller und Büros von 20 Verdächtigen in Berlin sowie in Bad-Schwartau (Schleswig-Holstein) und Petershagen (Brandenburg) durchsucht. Mehr als 320 Beamte waren von frühmorgens bis zum Nachmittag im Einsatz. Ein 60-jähriger Berliner und ein 47-Jähriger aus Bad-Schwartau wurden festgenommen. Gegen beide lagen Haftbefehle vor: Ihnen wird Geldfälschung mit einem Schaden von 30 000 US-Dollar angelastet.

Mehrere hundert Polizisten konzentrierten sich in Berlin vor allem auf ein fünfstöckiges Bürogebäude in der Siegfriedstraße in Lichtenberg. Bei der Razzia suchten die Beamten nach gefälschten Hundert-Dollar-Noten im Wert von 30 Millionen US-Dollar, harten Drogen und Geschäftsunterlagen über Warenbestellbetrügereien im Wert von mehr als 100 000 Euro. „Es wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt, darunter falsche US-Dollarnoten im Wert von 35 000 Dollar und 2600 Euro in bar“, sagte Justizsprecher Michael Grunwald. „Sie haben hier auf jeder Etage die Büros der verschiedenen Firmen durchsucht“, sagt ein Vermögensberater, der in dem Haus ebenfalls Räume gemietet hat. Viele Import- und Exportfirmen befinden sich in dem Gebäudekomplex. „Jeder durfte das Haus nur in Begleitung eines Beamten verlassen“, sagt der Geschäftsmann. Nach Tagesspiegel-Informationen wurde der Hausverwalter des Bürogebäudes, der 60-jährige Hans-Joachim E. festgenommen. Die Geschäftsleute der ansässigen Firmen wurden unter anderem befragt, in welcher Verbindung sie zu dem Hausverwalter Hans-Joachim E. stehen.

Der 47-Jährige hatte während der Razzia einen Herzanfall erlitten. Er sei aber wieder auf dem Weg der Besserung, hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

Die Polizei zählte in Berlin im vergangenen Jahr 3835 Falschgeld-Fälle. Das sind rund 80 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Technik seit der Euro-Umstellung hat sich verbessert“, sagte ein Ermittler. Rund 90 Prozent des Falschgeldes sind mittlerweile „professionell hergestellte“ Blüten. Allerdings handelte es sich dabei vorwiegend um Euro-Noten, die gefälscht werden.

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