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Reaktion auf Terrorgefahr : GSG 9-Einsätze werden jetzt aus Kreuzberg gesteuert

Früher Bahnsitz, heute Bundespolizeidirektion: Die neue Zentrale für Spezialeinheiten wurde am Dienstag übergeben.

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Einsatzbereit. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) in der neuen Bundespolizeidirektion 11 mit GSG9-Spezialeinsatzkräften.
Einsatzbereit. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) in der neuen Bundespolizeidirektion 11 mit GSG9-Spezialeinsatzkräften.Foto: dpa, Kay Nietfeld

Die Bundespolizei reagiert auf die jüngsten Terroranschläge – und zieht mit einer neuen Dienststelle nach Kreuzberg. Am Dienstag stellten Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der Präsident des Bundespolizei, Dieter Romann, die am 1. August neu aufgestellte Behörde vor. Der Bundespolizeidirektion 11 sind alle Spezialeinheiten unterstellt – etwa die Elitetruppe GSG 9, der Flugdienst oder Fachleute zur Bombenentschärfung.

"Die Sicherheitslage hat sich gewandelt", sagt de Maizière

Vom Schöneberger Ufer aus sollen künftig alle komplexen Einsätze gesteuert werden. Ziel sei, „die Krisen- und Reaktionsfähigkeit der Bundespolizei in komplexen Lagen zu stärken“. Die Sicherheitslage in Deutschland und Europa habe sich geändert, sagte der Bundesinnenminister. Durch den islamistischen Terror gebe es neuartige Bedrohungen und kompliziertere Einsätze. Eine mögliche Herausforderung seien zum Beispiel parallele Attacken an verschiedenen Orten. „Dafür muss man sich wappnen“, sagte de Maizière.
Die Einheiten selbst ziehen aber nicht ans Schöneberger Ufer, sondern bleiben an ihren bisherigen Standorten. Wie bereits berichtet, wird auch die ehemalige Kaserne zwischen Schmidt-Knobelsdorf- und Seecktstraße in Spandau zum Hauptstadt-Standort für die Spezialeinheiten ausgebaut.

Künftig sollen 270 Beamte im Gebäude arbeiten

Zu der nun am Landwehrkanal zunächst mit 60 Beamten sitzenden Verwaltung gehören neben dem für Schwerst- und Gewaltkriminalität sowie Terrorismus zuständigen Spezialeinsatzkommando GSG 9 die Bundespolizei-Fliegergruppe, die Abteilungen „Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland“ und „Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr“ sowie die „Einsatz- und Ermittlungsunterstützung“. 270 Beamte sollen am Ende in dem Gebäude arbeiten.

Bis 2002 war das Haus eine Zentrale der Deutschen Bahn

Das ehemalige Dienstgebäude der Königlichen Eisenbahndirektion Berlin am Schöneberger Ufer 1–3 wurde 1892 bis 1895 nach Plänen des Architekten Armin Wegner errichtet, die Reichsbahndirektion übernahm es in den 20er Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog die DDR-Reichsbahn das Haus, die aufgrund alliierter Beschlüsse auch für den Eisenbahnverkehr in West-Berlin zuständig war.

Ende der 50er Jahre wurde das Haus in eine Klinik für Bahnmitarbeiter umgewandelt. Nach dem Mauerfall hatte die Deutsche Bahn dort ihren Berliner Sitz. 2002 zog sie aus. Nach einer Sanierung folgte im Jahr 2006 die Konzernzentrale von Bombardier Transportation – im Juli wechselte sie überraschend in das frühere Debis-Haus am Potsdamer Platz. Mit dem Einzug der Bundespolizei dient das Haus nun erstmals nach über 120 Jahren nicht mehr der Eisenbahn.

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