Berlin : Reisefreiheit

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VON TAG ZU TAG

Werner van Bebber bewundert

den Datenschutz

Man weiß nicht: Soll man sie bewundern oder bedauern? Vier Iraker sind mit je 100 Euro Reisebeihilfe und 500 Euro Starthilfe einer internationalen Organisation in den Irak gereist. Die Besonderheit der Reisegruppe liegt im Status, den die Männer hatten: Der Brandenburger Ausländerbehörde galten sie als Asylbewerber. Der Berliner Justiz galten sie als verurteilte Straftäter. Die vier hatten im August 2002 die Irakische Botschaft besetzt und waren zu Haftstrafen verurteilt worden. War es auch eine Besonderheit, dass die Geiselnehmer gegen Meldeauflagen in Freiheit waren? Man weiß es nicht, vielleicht ist das ja normal. Tröstlich ist immerhin, dass wenigstens der Datenschutz funktioniert, wenn schon der Informationsaustausch versagt. Sonst hätte die Brandenburger Ämter etwas wissen müssen vom Vorleben ihrer Asylbewerber. Wenn die Lage in Irak schlimmer wird, werden die vier den Rückweg nach Berlin schon finden, vielleicht als Asylbewerber, vielleicht zum freiwilligen Haftantritt.

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