Berlin : Revolutionäre Feier

Erinnerung an die Ereignisse am 18. März

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Mit Reden, Liedern und Darbietungen eines Straßentheaters auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor wird auch in diesem Jahr am morgigen Freitag ab 15 Uhr des 18. März 1848 gedacht. Vor 157 Jahren kapitulierte das Militär des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. vor den Kämpfern für Freiheit und Demokratie. Die Märzrevolution war Teil einer europaweiten Bewegung gegen die Feudalmächte, in den Geschichtsstunden wird sie als Völkerfrühling bezeichnet. Der Initiator der Feier, Volker Schröder, sieht Parallelen zur Gegenwart: „Wir wollen Flagge zeigen für Freiheit und Demokratie, Menschlichkeit und Solidarität.“

Diesmal laden die Bezirke Mitte und FriedrichshainKreuzberg zur Feierstunde auf den Platz des 18. März. „Während andere Völker ihre Revolutionen feiern und die Menschen ehren, die für die Sache des Volkes ihr Leben ließen, besteht in Deutschland wenig Interesse, sich auf die Wurzeln von Freiheit und Demokratie zu besinnen. Das wollen wir ändern!“, heißt es in einer Presseerklärung der Bezirke. Mittes Bezirksbürgermeister Joachim Zeller führt – wie in den vergangenen Jahren – die Rednerliste der Feierstunde an. Außer ihm sprechen die französische Tagesspiegel-Kolumnistin Pascale Hugues, Bundestags-Vizepräsident Hermann Otto Solms, der Bevollmächtigte des Landes Baden-Württemberg beim Bund Rudolf Köberle und der Europa-Parlamentarier Michael Cramer. Schüler des Georg-Herwegh-Gymnasiums spielen sechs Stationen aus dem Leben des aufrührerischen Dichters, und es wird – mitten im Verkehrsgetümmel – wieder gemeinsam gesungen, zum Beispiel Brechts „Kinderhymne“ oder „Die Gedanken sind frei“ – ein Lied, mit dem auch an jenen 18. März vor 15 Jahren erinnert wird, an dem das Volk in der DDR frei und geheim wählte.

Um 17 Uhr findet dann auf dem Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain eine Kranzniederlegung statt, auf der Bürgermeisterin Cornelia Reinauer, Abgeordnetenhaus-Präsident Walter Momper, Historiker Walter Schmidt und Vertreter des Erich-Fried- Gymnasiums sprechen. Der Künstler Manfred Butzmann hat wieder ein Extra-Blatt mit Reden und Liedtexten gestaltet. Lo.

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