Berlin : Ritter der Fankurve

Mittelalterfest lädt ein zum Olympiastadion

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Er nennt sich „August der Kahle“. Wenn André Pede seine Ritterrüstung anzieht und auf sein Pferd klettert, tritt er gleichzeitig eine Zeitreise an: ins Mittelalter. Pede ist dann Schauspieler, Reiter und Kämpfer, der mit Schild und Lanze versucht, seine Konkurrenten mit den Namen Wenzel vom Schwanenstein, Prinz Raisouli aus dem Morgenland und Burkhard von und zum Walde vom Pferd zu stoßen. Zweimal täglich (13.30 und 16.30 Uhr) treten die vier Reiter bei der „Arena Temporis“ gegeneinander an. Die Reiterturniere bilden die Höhepunkte des Mittelalter- und Fantasyspektakels, das an diesem Wochenende auf den Wiesen vor dem Olympiastadion stattfindet. Heute ist das Fest noch einmal von 10 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.

Mittelalterfans wird dort aber noch einiges mehr geboten. Veranstalter Henri Bibow hat eine komplette Fantasiewelt zusammengestellt aus Gauklern, Musikern und mehr als 70 Händlern und Handwerkerständen, an denen man nachgeahmte Töpfer- und Lederwaren, Kleidung, Parfüm und Seife aus dem Mittelalter kaufen kann. Bibow veranstaltet rund 40 Events solcher Art im Jahr. „Mich reizt es, immer neue Geschichten zu erfinden.“ In Berlin erwartet er 10 000 Zuschauer.

André Pede alias August der Kahle ist einer von 500 Mitwirkenden. Den mittelalterlichen Ritter mimt der 45-Jährige in seiner Freizeit. Eigentlich ist er Pferdezüchter und -ausbilder in Neustadt an der Dosse. 20 bis 30 Mal im Jahr schlüpft er in seine Rolle, vor allem weil es ihm Spaß macht. „Alle kleinen Jungs wollen Ritter sein“, sagt Pede, der nach der Show Autogramme auf die mitgebrachten Holzschwerter der Kinder verteilt. Er und die anderen Ritter führen zunächst die einzelnen Disziplinen vor, die sogenannten Exerzitien, wie zum Beispiel den Kampf gegen den eisernen Roland. Einen Sieger aber kann es nur im Tjost geben, dem ritterlichen Lanzengefecht zu Pferd. Auch wenn der größte Teil Show ist, ist der Zweikampf für André Pede eine ernste Sache. „Die Schilde, die Lanzen und die Pferde sind echt“, sagt er. „Und das Runterfallen ist auch echt.“ Wer runterfällt, verliert – so einfach ist das. Und verlieren will ein Ritter schließlich nie. Anke Myrrhe

Arena Temporis, heute von 11-19 Uhr, Olympiastadion, Eintritt 8 Euro, Kinder 4 Euro, für Kinder im Vorschulalter ist der Eintritt frei. Mehr Details im Netz unter www.arena-temporis.de.

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