Berlin : Rockröhre auf Werbetour

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Voriges Jahr war sie in Berlin, um Werbung für ihre eigene Rotwein-Marke zu machen. Am heutigen Montag kommt Rocksängerin Gianna Nannini schon wieder zu Besuch – diesmal nicht mit Alkohol im Gepäck, sondern mit ihrer Autobiografie „Ich“ (List Verlag, 17 Euro).

Auf 220 Seiten hat die Italienerin kurzweilige Episoden aus ihrem Leben aneinander gereiht: Wie sie als Tochter einer Konditorfamilie in der Toskana aufwuchs, wie sie Klavier und Komposition studierte und sich als Sängerin langsam nach oben arbeitete. Und wie ihr 1979 mit der Single „America“ der Durchbruch gelang – ausgerechnet mit einem Lied über Selbstbefriedigung.

Den vielen Skandalen und Skandälchen hat Gianna Nannini – wie es sich für eine Rockmusikerin gehört – in der Autobiografie viel Platz eingeräumt, was ihr zumindest in der Heimat gute Verkaufszahlen bescherte. Besonders die Passagen, in denen sie über ihre Bisexualität schreibt, verursachten in Italien Aufregung. Unterhaltsam auch, wie sie noch einmal ihre Protestaktion aus dem Jahr 1995 Revue passieren lässt: Damals kletterte sie mit Greenpeace-Aktivisten auf einen Balkon der französischen Botschaft in Rom, um gegen Atomexperimente auf dem Pazifikatoll Mururoa zu protestieren.

Es geht aber nicht nur um das Privatleben, Gianna Nannini blickt auch auf ihre größten Erfolge als Sängerin zurück: Die Single „I Maschi“, die sie mit dem deutschen Produzenten Armand Volker aufnahm, und ihr Hit „Un Estate Italiana“, der offizielle Song der Fußballweltmeisterschaft 1990 in Italien. Am 14. Juni wird Nannini 50, außerdem naht ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Ob sie dieses Jahr noch einmal nach Berlin zurückkehrt, um das Jubiläum auch mit einem Konzert zu feiern, steht noch nicht fest. Vielleicht verrät sie das ja heute bei ihrem Kurzbesuch. sle

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