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Roman von Vargas Llosa : Der Tagesspiegel verteilt 10.000 Gratis-Bücher

Rund 10.000 Exemplare des Romans "Der Geschichtenerzähler" von Mario Vargas Llosa verteilt der Tagesspiegel am Montag. Um 9 Uhr ging es los. In ganz Berlin sind es 100.000.

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So fängt der Montagmorgen gut an: mit einem Gratisbuch von Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa.Alle Bilder anzeigen
Foto: Kai-Uwe Heinrich
17.10.2011 10:05So fängt der Montagmorgen gut an: mit einem Gratisbuch von Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

Sie kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem Auto. Die Ersten sind bereits um kurz nach halb neun da, eigentlich eine halbe Stunde zu früh. Doch die beiden Mitarbeiterinnen, die gerade in der Rotunde im Tagesspiegel-Verlagsgebäude die großen Stapel mit den Gratisexemplaren von Mario Vargas Llosas Roman „Der Geschichtenerzähler“ aufbauen, lassen die Frühaufsteher nicht unnötig warten. „Viel Vergnügen mit dem Roman“, wünscht eine Mitarbeiterin und so hält Ilse Diakité schneller als erhofft zum ersten Mal im Leben ein Buch des peruanisch-spanischen Literaturnobelpreisträgers in Händen. „Ich bin schon sehr gespannt“, sagt die Abonnentin des Tagesspiegels aus Kreuzberg und betrachtet interessiert den farbenprächtigen Einband. Das hört Christel Römberg, die für ihr Gratisexemplar auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad einen Umweg über den Askanischen Platz in Kauf genommen hat. „Sie müssen auch unbedingt Llosas ‚Das böse Mädchen‘ zu lesen. Ein tolles Buch über eine obsessive Liebe“, empfiehlt die eine Literaturfreundin der anderen. Auch Römberg ist langjährige Tagesspiegel-Abonnentin. „Leider habe ich bei Preisausschreiben noch nie etwas gewonnen. Deshalb freue ich mich so über diese Geschenkaktion“, sagt sie.

Die Aktion „Eine Stadt. Ein Buch“ findet am heutigen Montag zum ersten Mal in Berlin statt. Ursprünglich kommt die Idee, 100 000 Freiexemplare eines Buches zu verschenken, um die Lust am Lesen und der Literatur zu fördern, aus Wien. Dort führt sie das Kommunikationsunternehmen Echo Medienhaus, das gerade seine erste deutsche Dependance in Friedrichshain eröffnet hat und den 100000-fachen Llosa als Gastgeschenk an die Spree bringt, bereits im zehnten Jahr durch. Der Tagesspiegel, das Stadtmagazin Zitty und die Potsdamer Neueste Nachrichten verschenken allein 11 000 der Bücher. Restexemplare sind, solange der Vorrat reicht, auch in den nächsten Tagen im Tagesspiegel Shop am Askanischen Platz 3 erhältlich.

37 weitere Ausgabeorte, darunter Buchhandlungen, Bibliotheken und Kioske, wurden organisiert. „Eine tolle Sache. Allerdings ist es schade, dass man im ganzen Südwesten Berlins keine einzige offizielle Ausgabestelle findet“, sagt Kristin Bochröder aus Steglitz. Sie hat daher extra auf ihre morgendliche Joggingrunde verzichtet, um sich ihr Freiexemplar beim Tagesspiegel abzuholen. „Sobald ich ein Buch über das römische Imperium durch habe, kommt der Llosa dran“, sagt die 70-Jährige, die am liebsten im Bett, mit Blick auf Himmel und Bäume liest.

Viele der Besucher, die von der Aktion über die Print- oder Online-Ausgabe, den Twitter-Kanal oder die Facebook-Seite des Tagesspiegels erfahren haben, wissen bereits, wo sie es sich mit dem Llosa gemütlich machen: Im Zug, in der Badewanne, auf dem Sofa oder in der Küche. „Muße und Atmosphäre sind entscheidend“, sagt Tagesspiegel-Abonnentin Andrea Münch. Die 45-jährige Eventmanagerin aus Schöneberg hat ein Faible für den Amazonas und freut sich daher besonders auf die Lektüre.

Das erste Exemplar von Llosas Buches über ein Indio-Volk am Amazonas, das sich seiner Identität und Gemeinschaft über das Erzählen von Geschichten und Mythen versichert, hat am Sonntagabend im Haus der Kulturen der Welt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), entgegengenommen. Zur ausgebuchten Auftaktveranstaltung von „Eine Stadt. Ein Buch“, bei der auch Llosa anwesend war, waren mehr als 1000 Besucher gekommen. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel lobte der 75-jährige Llosa Berlin als „offene, internationale Stadt“. Llosa hat bereits zweimal länger in Berlin gelebt: Anfang der Neunziger als „Fellow“ des Wissenschaftskollegs und fünf Jahre später als Gast des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes, in dieser Zeit arbeitete er intensiv an seinem Roman „Das Fest des Ziegenbocks“.

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