Berlin : Rot-Rot in Berlin: Friedliche Übernahme

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Berlins neuer Mister Wirtschaft gab sich unbeleckt, aber lernwillig. Bei seiner ersten Ansprache vor den Mitarbeitern der Senatswirtschaftsverwaltung gestand Gregor Gysi seinen Zuhörern freimütig zu, mehr Erfahrungen mit seinem künftigen Verantwortungsbereich zu haben als er selbst. Der ehemalige PDS-Vorsitzende ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er sich seinen neuen Aufgaben durchaus gewachsen fühlt: "Sie müssen nicht glauben, dass ich als demokratischer Sozialist nicht auch Zusammenhänge verstehen kann", erklärte er bei der Übernahme des Amts von seiner Vorgängerin Juliane von Friesen (Grüne).

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Kurzporträt: Der neue Senat Dass der neue Hausherr zu durchgreifenden Veränderungen entschlossen ist, wurde klar, als er eine Neuordnung der Personalstrukturen ankündigte. Ein Ziel, das Gysi "motivierend" ansteuern will. Sein Idealbild vom Beamten klang dann schon weit weniger sozialistisch: "Einer, der nicht ständig fragt, ob schon 16.30 Uhr ist, und der auch mal am Wochenende da bleibt." Seinen ersten Auftritt als Wirtschaftssenator hatte Gysi am Abend: Auf dem Programm stand ein Rundgang über die Grüne Woche.

Auch die anderen neuen Senatsmitglieder haben am Freitag die Amtsgeschäfte von ihren Vorgängern übernommen. In der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales übergab Gabriele Schöttler (SPD) bereits um 10 Uhr den Schlüssel an die Nachfolgerin von der PDS, Heidi Knake-Werner. Christiane Krajewski (SPD) verabschiedete sich um 11 Uhr von ihren Mitarbeitern in der Senatsverwaltung für Finanzen und schüttelte ihrem Nachfolger, dem ehemaligen Bahn-Manager Thilo Sarrazin (SPD) die Hand.

In der Senatskulturverwaltung trat Thomas Flierl (PDS) sein Amt an. Vorgängerin Adrienne Goehler (parteilos) informierte ihren Nachfolger über die anstehenden kulturpolitischen Aufgaben und die geplante Verwaltungsreform der Behörde. Als eine der ersten Amtshandlungen stand am Abend im Pergamonmuseum die Eröffnung der Veranstaltungsreihe "Schauplatz Museum" auf seinem Terminkalender.

Auch Wolfgang Wieland (Grüne) räumte seinen Sessel als Justizsenator für die ehemalige sachsen-anhaltinische Justizministerin Karin Schubert. Für die zweite Vorzimmerdame war der Geschlechterwechsel gestern Nachmittag noch gewöhnungsbedürftig: "Büro des Senator ... der Senatorin", meldete sie sich am Telefon.

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