Berlin : Rotz und Kohle

Ariane Bemmer

Es gibt Verhaltensweisen im täglichen Zusammenleben vieler Menschen, mit deren Bewertung man sich schwer tut. Wenn jemand in der U-Bahn neben einem sitzt und dauernd die Nase hochzieht statt sich zu schnäuzen, beispielsweise. Oder wenn jemand viel zu langsam auf dem Radweg radelt oder einem sonst wie im Weg rumsteht. Braucht man für solche Fälle einen Maßnahmekatalog – oder soll man sich mal nicht so anstellen? In manchen Fällen immerhin ist die Antwort auf diese Frage klar: Wenn der eine dem anderen vor die Füße spuckt, dann ist das ungezogen.

Hier will die kleine Stadt Belzig ganz modern den Sanktionshebel ansetzen und öffentliches Herumrotzen von nun an unter Strafe stellen. Ein Beispiel für Berlin? Fehlanzeige. Auch wenn in Berlin sicher mehr Spucker wohnen als Belzig Einwohner hat, sind die Senatsbehörden hier noch unentschlossen. Man muss sich darüber wundern, so schwierig ist es ja nicht, auch das Ausspeien auf die Liste der Ordnungswidrigkeiten zu setzen. Am besten rechnet man das öffentliche Rumrotzen sofort zu den bußgeldbewährten „vermeidbaren Verschmutzungen“ – und kann schon manch einem Spucker kräftig in die Suppe spucken.

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