Berlin : Ruhig Blut

Gerd Nowakowski

Herzblut – das vor allem braucht diese Stadt, um endlich voranzukommen. Das haben die Parteien im Wahlkampf offenbar erkannt – und bekämpfen sich bis aufs Blut. Die Linkspartei geht jedenfalls in die Wahlschlacht mit dem von Kurt Tucholsky entlehnten Slogan: „Für diese Stadt, in der immerhin Bewegung ist und Kraft und pulsierendes rotes Blut.“ Das hat die Grünen nicht ruhen lassen. Zumal bei denen einige Aktivisten aus gemeinsamer politischer Vergangenheit mit jetzigen Funktionären der Linkspartei zwar nicht aufs Blut verfeindet sind, aber in Abneigung verbunden. „Wir lassen Berlin nicht ausbluten“, konterte deshalb gestern die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus und begab sich zum Roten Kreuz, um einem drohenden Blut-Notstand abzuhelfen. Ein wenig mehr Frischblut wäre auch dem CDU-Spitzenmann Friedbert Pflüger gut bekommen, der gestern seine etwas blutleere Kompetenz-Truppe vorstellte. So richtig blutvolle Zukunftskonzepte haben wir freilich auch von den Sozialdemokraten noch nicht gesehen. Was das für den Wähler bedeutet? Ruhig Blut bewahren. Bis zum Wahltag wird noch einiges kommen, was das Blut in Wallung bringt.

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