• S-Bahn-Geld wird für die BVG genutzt Senat investiert gesparte Millionen im Nahverkehr

Berlin : S-Bahn-Geld wird für die BVG genutzt Senat investiert gesparte Millionen im Nahverkehr

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Der Senat straft die S-Bahn, indem das Land dem Unternehmen Zuschüsse wegen mangelnder Leistung kürzt, belohnt aber gleichzeitig den Eigentümer der S-Bahn, indem er für den Bahn-Konzern Bauprojekte aus den S-Bahn-Mitteln finanziert. Einen Widerspruch sieht die Stadtentwicklungsverwaltung hier nicht. Alle Maßnahmen kämen den Fahrgästen zugute, sei es bei der BVG oder der Bahn, sagte Verwaltungssprecher Mathias Gille.

Rund 37 Millionen Euro hat der Senat im vergangenen Jahr einbehalten, 48 Millionen Euro könnten es in diesem Jahr werden, weil die S-Bahn es immer noch nicht schafft, zum Normalbetrieb zurückzukehren. Angaben, wie viele Wagen in den kommenden Wochen eingesetzt werden können, machte die S-Bahn auch am Montag nicht. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) will sich deshalb beim Konzern beschweren.

An ihrer Liste mit Vorschlägen, wie die nicht überwiesenen Summen woanders im Nahverkehr investiert werden könnten, hält sie aber fest. Dazu gehört der Wiederaufbau der sogenannten Heidekrautbahn auf dem Abschnitt Schönerlinde–Wilhelmsruh, dem früheren Endbahnhof der Strecken aus der Schorfheide. Die DDR hatte die Endstation zum Bahnhof Karow verlegt. 13 Millionen Euro würde der Senat für den Wiederaufbau – mit einem Stopp am Märkischen Viertel – lockermachen.

Am S-Bahnhof Charlottenburg steht die Verlängerung des Daches über den gesamten Bahnsteig auf der Vorschlagsliste. Als der Bahnhof vor wenigen Jahren neu gebaut worden war, hatte die Bahn nur ein kurzes Dach bezahlt. Aus den S-Bahn-Mitteln wird auch ein Dach für den Regionalbahnsteig am umgebauten Ostkreuz finanziert, für das die Bahn kein Geld aufbringen wollte. Insgesamt umfasst die Liste Vorschläge im Wert von 32 Millionen Euro im Bereich der Bahn.

Für die BVG gibt es Projekte im Wert von 65 Millionen Euro. Mit 12,5 Millionen Euro wird dabei die Modernisierung von 92 Doppelwagen der U-Bahn gefördert, die zwischen 1974 bis 1979 gebaut worden waren. Das Programm kostet nach Angaben von U-Bahn-Chef Hans-Christian Kaiser 77,5 Millionen Euro. Die ersten modernisierten Wagen, die nun weitere 20 Jahre durchhalten sollen, laufen bereits auf der U 55 (Hauptbahnhof–Brandenburger Tor).

Geld könnte es ferner für den Bau einer Straßenbahnstrecke von Adlershof zum Bahnhof Schöneweide geben. Zudem wird der Kauf weiterer Tram-Fahrzeuge erwogen sowie der Ausbau von Werkstätten. Außerdem werden neue zweisprachige Hinweisschilder (deutsch/englisch) in mehreren S- und U-Bahnhöfen finanziert. Klaus Kurpjuweit

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