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S-Bahnhof Buckower Chaussee in Berlin-Marienfelde : Bing, Bing, Bing - wenn die S-Bahnschranke nicht mehr hochgeht

Passiert auch nicht alle Tage: Seit Dienstagmittag sind die Schranken an der Buckower Chaussee verschlossen. Und das kann dauern.

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In der Nähe des S-Bahnhofs Buckower Chaussee befinden sich noch zwei der wenigen beschrankten Bahnübergänge Berlins.
In der Nähe des S-Bahnhofs Buckower Chaussee befinden sich noch zwei der wenigen beschrankten Bahnübergänge Berlins.Foto: imago

In der Mittagssonne ertönt das Läuten, so wie jeden Tag. „Bing, Bing, Bing“ – das sonore Zeichen, dass gleich die S-Bahn kommt und sich die Schranke senkt. Willkommen im Süden von Berlin, hart an der Grenze zu Marienfelde, am S-Bahnhof Buckower Chaussee.
„ ... Bing, Bing, Bing …“
Die Schranke senkt sich also, auf den vier Fahrspuren stoppen die Autos an diesem Dienstag, 12 Uhr, die Sonne scheint. Die Busse der BVG halten an, die Lastwagen aus dem Industriegebiet, die Auto- und Radfahrer, die Schulklasse, die über die Gleise schnell zur S-Bahn will.
„ ... Bing, Bing, Bing ...“.


Doch irgendwas ist anders an diesem Tag ...

denn der Zug ist längst durch, kein weiterer in Sicht. Und die Schranke bleibt unten. Sekunden vergehen. 3 Minuten. 5 Minuten. 15 Minuten …
„… Bing, Bing, Bing ...“
Die Schranke an diesem S-Bahnhof ist nicht unbekannt, so viele gibt es ja nicht mehr davon im städtischen Berlin. Und die hier am S-Bahnhof Buckower Chaussee wird auch bald Geschichte sein, wenn Ende des Jahres des Ausbau der Dresdner Bahn beginnt und irgendwann ICE-Züge und Zubringer zum BER rollen.
„ ... Bing, Bing, Bing ...“

An diesem Dienstagmittag aber zickt erst einmal die Gegenwart. Die Schranke, die sich seit 30 Minuten nicht mehr hebt, ist längst Thema in der Zentrale der S-Bahn und auch bei der BVG. Die Linien X11, M11 und 277 werden umgeleitet, übrigens auch über die Säntisstraße gleich ums Eck. Auch dort gibt es eine Schranke, auch sie wird abgerissen im Herbst und durch eine Unterführung ersetzt, jetzt aber hebt und senkt sie sich, immerhin. Allerdings staut sich der Verkehr so langsam gewaltig.
„ … Bing, Bing, Bing …“ – 60 Minuten.
An der Buckower Chaussee ist längst die Polizei eingetroffen. Über die Gleise darf niemand laufen, obwohl die S-Bahn hier nur alle zehn Minuten entlangrollt. Sicher ist sicher. Fußgänger müssen also einen Umweg laufen. Von der Straße auf den S-Bahn-Steig, bis ans Ende, dann die Stufen hoch, über die kleine Brücke rüber und wieder zurück. Für Radfahrer und Eltern mit Kinderwagen oft zu schwer.
„ ... Bing, Bing, Bing ...“

14.15 Uhr funktioniert sie wieder - aber nur ein Mal

Auf der einen Seite liegt ein Industriegelände, gegenüber eine Laubenkolonie, ein McDonald’s gleich daneben. „Die Schranke? Och, die spinnt immer mal wieder“, sagen Anwohner. Dauer der Sperrung: 120 Minuten. Der S-Bahnhof ist sonst eher eine Attraktion wegen seines Designs aus den 80ern, jetzt ist er Kiezgespräch. „ ... Bing, Bing …“ – und dann ist es 14.15 Uhr, mehr als zwei Stunden sind rum, da teilt die BVG mit: Der Schaden ist von Technikern endlich behoben, die Busse rollen wieder. Als der erste Zug kommt und sich die Schranke senkt – bleibt sie allerdings wieder unten. „Bing, Bing, Bing ...“


Im Notfall wird manuell hoch- und runter geleiert

Anruf um 16.30 Uhr: Die Ersatzteile sind unterwegs, um 20 Uhr sollte sich die Schranke wieder heben.
Von wegen, nichts da. Sie bleibt weiter unten, mindestens bis Mittwochvormittag. Erst dann seien voraussichtlich die Ersatzteile da und könnten eingebaut werden, teilt die Bahn am Dienstagabend mit. Und baut schon mal vor. Sollte das nicht klappen, werde die Schranke vorerst analog, also manuell hoch- und runtergeleiert.

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