Berlin : Salam aleikum

Stephan Wiehler

ist beruhigt, dass Iraker unsere Wahl beobachtet haben Der Wahlraum 609 im Bezirk Wilmersdorf gehörte zu den schönsten Orten für die Stimmabgabe zur Bundestagswahl. Er befindet sich im Bankettsaal des Hotels Ramada Plaza am Prager Platz. Dennoch kam es einem Wilmersdorfer Wähler, der am Sonntagmorgen den Saal betrat, hier etwas verdächtig vor. Um die Wahlurne hatte sich eine Gruppe von Orientalen versammelt, die geheimnisvoll tuschelte. Der Wähler zog sich schüchtern hinter den Paravent zurück, um seine Kreuzchen zu machen, ehe er seinen gefalteten Stimmzettel in die Urne warf, umringt von der arabisch sprechenden Delegation, die ihn aufmerksam beobachtete.

Was war da los im Ramada? Der Wähler kam ins Grübeln. Versuchen islamistische Mächte, den „Friedenskanzler“ Schröder mittels Wahlmanipulation zu retten, oder gibt es wegen der hohen Benzinpreise gar einen geheimen Deal „Stimmen für Öl“? Nein, alles war ganz harmlos. Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hatte die Gruppe eingeladen: Acht Männer und Frauen aus dem Irak, die zu Wahlbeobachtern ausgebildet werden, damit am 15. Oktober bei der Volksabstimmung über den Verfassungsentwurf in ihrer Heimat alles mit rechten Dingen zugeht.

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