Salon : Wer ist der schwarze Kennedy?

Christoph von Marschall liest über Barack Obama.

Heute wird es wieder spannend: Gewinnt Barack Obama auch die parteiinternen Vorwahlen im US-Bundesstaat New Hampshire? Kann er, wie am vergangenen Donnerstag in Iowa, seine Rivalin Hillary Clinton schlagen – mit seinem Charisma, seinem rhetorischen Talent, seinem Appell an die Versöhnungsbereitschaft? Mehr noch: Wird der politische Senkrechtstarter Obama am 5. Februar, dem „Super Tuesday“, zum Präsidentschaftskandidaten der demokratischen Partei gewählt werden – und im November womöglich zum ersten schwarzen Präsidenten der USA?

Diese Fragen kann auch Christoph von Marschall noch nicht beantworten. Aber sonst weiß der promovierte Historiker, der seit drei Jahren USA-Korrespondent des Tagesspiegels ist, fast alles über den „schwarzen Kennedy“ Barack Obama. Er hat ihn im Wahlkampf begleitet, aus der Nähe beobachtet und ein spannendes Buch über ihn geschrieben: In „Barack Obama – Der schwarze Kennedy“ (Orell Füssli Verlag, 220 Seiten, 24 Euro) erzählt von Marschall Obamas Lebensgeschichte: wie er als Kind einer Weißen aus Kansas und eines kenianischen Gaststudenten in Hawaii und zeitweise in Indonesien aufwuchs. Wie er an der Harvard University Jura studierte, jedoch nach seinem hervorragenden Abschluss nicht in eine renommierte Kanzlei einstieg, sondern es vorzog, sich als Community Worker in schwarzen Gemeinden in Chicago zu engagieren. Und wie er in die Politik ging: Als Senator von Illinois wurde Barack Obama zum ersten Schwarzen im US-Senat. Seine Lebensgeschichte steht für den amerikanischen Traum, schreibt von Marschall. Er analysiert in seinem Buch nicht nur den Politiker Obama, sondern auch die veränderte Bedeutung von Rasse und Religion im neuen Amerika.

Christoph von Marschall liest an zwei Salonabenden im Grunewalder Löwenpalais aus seinem Buch und spricht mit Tagesspiegel-Redaktionsdirektor Gerd Appenzeller (16.1.) bzw. dem ehemaligen USA-Korrespondenten des Tagesspiegels Malte Lehming (17.1.) über den neuen Hoffnungsträger, der die Schranken des Establishments überwindet, den, so von Marschall, „Menschenfischer“, der Amerika grundlegend verändern könnte. Die literarischen Köche von eßkultur servieren dazu Wahlkampfessen aus Sunny California, und Jazzpianist Matthias Klünder spielt uramerikanische Melodien. D.N.

Zeitung im Salon mit Christoph von Marschall, Mittwoch, 16. 1., und Donnerstag, 17. 1., im Löwenpalais, Koenigsallee 30 – 32, 14 193 Berlin-Grunewald, Beginn 19.30 Uhr. Eintritt (inklusive Essen) 14 Euro. Anmeldung ist erforderlich unter Tel.: 26009 609 (heute von 7.30 Uhr bis 20.00 Uhr, die Zahl der Plätze ist begrenzt. Gehen mehr Anmeldungen ein, entscheidet das Los). Informationen zum Tagesspiegel-Salon unter www.tagesspiegel.de/salon

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