Berlin : Salsa Festival: Hereingetanzt - Salsa-Legende Freddy Rios lässt die Laien tanzen

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Sie hat auf ihn eine magnetische Anziehungskraft: die Tanzfläche. Kaum betritt Freddy Rios den Saal im Kreuzberger Ballhaus "Walzerlinksgestrickt", rutscht er mit seinen weißen Tanzschuhen auf dem Parkett hin und her. Er klatscht und ruft den anderen Salseras und Salseros ein "Yeah, Man" zu. Freddy Rios, 65 Jahre, Mambo- und Cha-Cha-Cha-Legende aus New York, gibt an diesem Wochenende Lehrstunden beim 1. Internationalen Salsa Festival. Vor dem großen Ereignis, das jeden Tag von einer feurigen Salsa-Party abgerundet wird, zeigt Rios schon mal eine Kostprobe.

Ein Latino-Ohrwurm tönt aus den Lautsprechern. Rios tippelt vor der Spiegel-Wand vor und zurück, die Füße kreuzen sich, stoßen nach vorn... und tippeln wieder. Geschmeidig windet sich der Mann mit der Harry-Belafonte-Frisur hin und her - den Rhythmus hat der gebürtige Puerto-Ricaner im Blut, er beobachtet sich stolz selbst beim Tanzen. Für das Festival mit 57 Workshops haben sich 300 Tänzer angemeldet, die Partys für heute und morgen Abend sind so gut wie ausverkauft. Salsa-Lehrer aus der ganzen Welt sind dabei, um eine Vielfalt der verschiedenen Stile zu präsentieren: Vom so genannten New-York-Style über den L.A.-Style, bis hin zum hier weit verbreiteten kubanischen Salsa.

"Er ist mein Sohn", schwindelt Rios, als Jungspund Franisco Vasquez die Hüften kreisen lässt. Der gebürtige Mexikaner steht für den modernen Salsa - Hip-Hop- und Breakdance-Einflüsse schlagen sich bei seinem Tanzstil nieder. Nachdem sich der alte und der junge Salsero ein Duell auf dem Parkett geliefert haben, sinkt der achtfache Großvater Rios erschöpft in den Sessel. "Keiner kann glauben, dass ich 65 bin", sagt er stolz. "Ich komme in der ganzen Welt herum. Alle jungen Leute sagen, dass sie tanzen wollen wie ich." So sind lebende Legenden - sonst wären sie wohl keine.

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