Sanierungsarbeiten : Senat macht 24 Bäder vorübergehend dicht

50 Millionen Euro stehen bereit, doch die Summe reicht gerade für das Nötigste: Die Sanierung der Berliner Bäder wird Kunden auf eine harte Probe stellen - drei Schwimmhallen bleiben sogar länger als ein Jahr zu.

Matthias Oloew

Die Sanierung der Berliner Bäder wird die Kunden auf harte Geduldsproben stellen. Wegen der Bauarbeiten müssen 24 der 63 Bäder sechs Monate oder länger geschlossen werden. Das geht aus einer Aufstellung zum Bäderkonzept hervor, das der Senat vergangene Woche vorstellte und das dem Tagesspiegel vorliegt. Besonders betroffen sind die Schwimmhalle an der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg, die Schwimmhalle am Sachsendamm in Schöneberg und das Stadtbad Schöneberg an der Hauptstraße, die jeweils mindestens ein Jahr geschlossen werden müssen.

Das Bad an der Hauptstraße war erst 1999 für umgerechnet 27,5 Millionen Euro instandgesetzt worden. Jetzt muss das Gebäude wieder umfangreich saniert und die Badewasseraufbereitung erneuert werden. Die Bauarbeiten sollen 2009 beginnen und sind mit 1,265 Millionen Euro veranschlagt. In die Schwimmhalle an der Thomas-Mann-Straße, die nur von Schulen und Vereinen genutzt wird, sollen 1,72 Millionen Euro gesteckt werden, die Instandsetzung der Halle am Sachsendamm soll 850 000 Euro kosten.

Für die Generalinstandsetzung der Bäder hat der Senat, wie berichtet, 50 Millionen Euro bereitgestellt. Das wird nicht ganz reichen, um den gesamten Sanierungsstau aufzulösen, den die Bäderbetriebe vor sich herschieben. Auf 66,1 Millionen Euro schätzt der Landesbetrieb die Gesamtkosten.

Die Sanierung der Bäder sei aber keine umfassende Modernisierung, heißt es im Bäderkonzept weiter: „Eine grundhafte Sanierung zum Neuwert ist mit dem Sanierungsprogramm nicht verbunden.“ Mit anderen Worten: Wenn die Bäder nach der Sanierung wieder öffnen, werden die Kunden kaum einen Unterschied zu vorher feststellen. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die Instandsetzung der Dächer, der Statik und der Technik.

Größter Einzelposten bei der Sanierung ist die Schwimmhalle an der Lichterfelder Finckensteinallee, die für 6,5 Millionen Euro quasi neu gebaut werden soll. 4,4 Millionen Euro sollen in das Kombibad in der Weddinger Seestraße fließen, zwei Millionen Euro in das Kombibad Spandau-Süd, 1,4 Millionen in das Paracelsus-Bad und jeweils rund eine Million Euro in die Schwimmhalle an der Lichtenberger Sewanstraße, das Kombibad am Ankogelweg in Mariendorf und die Schwimmhalle Baumschulenweg.

Das Bäderkonzept sieht – wie berichtet – außerdem vor, dass alle Freibäder (das sind Bäder an natürlichen Seen) verpachtet und die meisten Sommerbäder (mit gefliesten Becken) ebenfalls ganz überwiegend an Dritte übertragen werden sollen. Das könnten zum Beispiel Sportvereine sein. Als Modelle dafür nennt das Bäderkonzept das Forumbad Olympiastadion, das Sommerbad Staaken, das Stadtbad Spandau-Nord und das Sportbad Britz in Neukölln. Der Schönheitsfehler dabei: Mit Ausnahme des Staakener Bades sind die Bäder nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt für die zahlende Kundschaft geöffnet. Schon jetzt stellt das Bäderkonzept allerdings fest: „Der Anteil zahlender Besucher (ist) tendenziell rückläufig, die Zahl der unentgeltlich nutzenden Vereinsmitglieder, der Schulen und Kitas dagegen fast konstant geblieben.“

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