Schifffahrt : Landwehrkanal bis Ende März für Schiffe gesperrt

Auf dem Landwehrkanal dürfen seit gestern keine Schiffe mehr fahren. Grund sind Sanierungsarbeiten. Die Betonklötze, die derzeit mehrere Bäume vor dem Abrutschen sichern, sollen entfernt werden.

Sylvia Vogt
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Kein Schiff stört die Idylle am Landwehrkanal. -Foto: Thilo Rückeis

BerlinDer Landwehrkanal bleibt bis zum 31. März 2009 für die Schifffahrt komplett gesperrt. In dieser Zeit soll die Uferbefestigung an sechs Standorten saniert werden. Das teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) mit. Bis zum Ende der Maßnahme sollen insbesondere die tonnenschweren Betonwürfel, die derzeit elf Bäume am Abrutschen hindern, entfernt werden. Die betroffenen Bäume befinden sich an drei Standorten am Tempelhofer Ufer, die anderen Stellen sind an der Corneliusstraße, dem Schöneberger Ufer und am Herkulesufer.

"Bäume werden ganz sicher nicht gefällt", sagt WSA-Sprecherin Evelyn Bodenmeier. Stattdessen sollen nun Stahlspundwände ins Wasser eingelassen werden, um das Ufer und die Bäume zu stabilisieren. Die Stahlwände werden etwa 1,75 Meter vor dem Ufer angebracht, der Zwischenraum zwischen Ufer und Spundwand soll mit Sand oder einem anderen Material aufgefüllt werden. Der Baumschutz wird bei den Sanierungsarbeiten groß geschrieben - möglichst wenig Zweige und Äste sollen beschädigt werden, ein Baumgutachter begleitet die Maßnahmen. Die Arbeiten werden vom Wasser aus durchgeführt, deshalb ist eine Sperrung für den Schiffsverkehr unvermeidlich.

Sanierung wurde einvernehmlich beschlossen

Dass die Betonklötze verschwinden, begrüßt die Bürgerinitiative "Bäume am Landwehrkanal" ausdrücklich. "Letztendlich wird der Kanal aber für die Reedereien saniert", sagt Bernd Heitmann, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Die Anwohnerinitiative hatte sich Ende Mai 2007 gegründet. Damals hatte das WSA 38 Bäume fällen lassen. Anwohner demonstrierten und versuchten, die Bäume mit Menschenketten zu retten. Mittlerweile sitzen Vertreter der Bürgerinitiative und des WSA gemeinsam an einem Tisch und beraten in einem Mediationsverfahren über die Zukunft des Landwehrkanals. Die jetzige Sanierung wurde dort einvernehmlich beschlossen.

Die Bürgerinitiative konnte durchsetzen, dass kein weiterer Baum gefällt wurde - ein großer Erfolg eigentlich. Doch Bernd Heitmann ist nicht ganz zufrieden. "Wir wollten den Kanal für die Stadt nutzbarer machen. Wir wollten die Wasserqualität verbessern und die Uferzonen zugänglicher machen." An vielen Stellen, wie beispielsweise am Halleschen Ufer, ist der Kanal für Spaziergänger und Radfahrer kaum nutzbar. Doch diese Vorschläge konnte die Initiative nicht durchsetzen. Den Bezirken fehlt das Geld für die Ufersanierung, und von Seiten des Stadtentwicklungssenats kamen keine Impulse, beklagt Heitmann.

Auch die Reederei Riedel, die die meisten Liegeplätze am Landwehrkanal hat, ist in das Mediationsverfahren eingebunden. Reedereichef Lutz Freise unterstützt die Maßnahmen, obwohl er deshalb den Winterfahrplan ändern musste. Für die beliebten Brückenfahrten weichen die Kapitäne jetzt auf die Spree aus. Der Rückbau der Betonklötze ist im übrigen nur die erste Phase der Sanierungsarbeiten. In den kommenden Jahren wird es voraussichtlich in den Wintermonaten zu erneuten Sperrungen kommen.

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