Berlin : Schnelle Strecken für die schnelle Stadt

Mit dem neuen Metronetz will die BVG 18 Millionen Fahrgäste mehr befördern als heute. Dafür werden 55 Kilometer Buslinien in Außenbezirken gestrichen

Jörn Hasselmann

Achtzehn Millionen zusätzliche Fahrgäste pro Jahr erhofft sich die BVG von ihrem neuen „Metronetz“. Diese sollen zehn Millionen Euro in die Kasse bringen, weitere sieben Millionen Euro werden eingespart, indem 55 Kilometer Buslinien am Stadtrand eingestellt werden. „Das Konzept rechnet sich“, sagte gestern der Vorstandsvorsitzende der BVG, Andreas Graf von Arnim, bei der Vorstellung des neuen Netzes, das im Dezember eingeführt werden soll. „Jetzt warten wir auf positive Signale vom Senat“, sagte von Arnim weiter – und die kamen denn auch schon am Nachmittag: Die Verkehrsverwaltung lobte, dass die BVG die Wünsche der Fahrgäste berücksichtigt habe. Gleichwohl erwartet der Senat, dass die BVG das Netz noch einmal überarbeitet. SPD-Verkehrsexperte Christian Gaebler findet das Konzept aber „im Prinzip richtig“. Der Senat muss die Pläne der BVG genehmigen.

Die Vorzüge ihres Konzepts sieht die BVG auch darin, dass die durchschnittliche Wartezeit beim Umsteigen um drei Prozent sinken, das Tempo insgesamt um 1,3 Prozent gesteigert werden soll. Für 37 Prozent der Berliner verbessere sich das Angebot, nur für fünf Prozent verschlechtere es sich. Für 58 Prozent bleibe das Angebot gleich. Vom bisherigen Netz bleiben 133 Tram- und Buslinien und 12 Expressbuslinien etwa nach Tegel auf ihren bisherigen Strecken erhalten. Von Arnim betonte, dass das Konzept gemeinsam mit der S-Bahn erstellt und an mehreren Stellen Parallelverkehr gestrichen worden sei. Wie berichtet, hatte die S-Bahn die BVG massiv für die Pläne kritisiert.

Das neue Metronetz besteht aus 24 Linien (15 Bus- und 9 Tramlinien), die meist existierenden Linien entsprechen – mit allerdings begradigten und verkürzten Strecken. Zudem garantiert die BVG auf allen M-Linien mindestens einen 10-Minuten-Takt an 20 Stunden pro Tag. Für die Fahrgäste soll das Netz berechenbarer und einfacher werden, deshalb gibt es für die M-Linien auch eine eigene Netzspinne (siehe Grafik).

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