Berlin : Schwarz-grün-rosa Neujahrsempfang

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Selbst der Gastgeber, der saarländische Bevollmächtigte beim Bund, war überrascht: Dass es in seiner CDU eine Organisation der Lesben und Schwulen gibt, sagte Jürgen Lennartz , das habe er erst erfahren, als die Parteifreunde ihn fragten, ob sie ihren diesjährigen Neujahrsempfang in seinen Räumen organisieren könnten. Sie durften – und Arnd Lange , Bundesvorsitzender der LSU (Lesben und Schwule in der Union), konnte einen entspannten Rückblick aufs Jahr halten: Immerhin hatte sich die Berliner Partei unter ihrem Spitzenkandidaten Friedbert Pflüger im Wahlkampf zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften bekannt – zum ersten Mal in der Geschichte der Union. Anerkennende Grußworte der Kanzlerin („Pluralität anzunehmen ist für die politische Arbeit unverzichtbar“) und der regelmäßige Stand auf jedem CDU-Parteitag seien inzwischen schon Tradition. Etwa 150 Männer und ein halbes Dutzend Frauen – für sie scheint das Outing in bürgerlichen Parteien nach wie vor schwieriger zu sein, waren gekommen. Auch Volker Beck , Grünen-Bundestagsabgeordneter, war dabei und plauderte mit der Konkurrenz. Die Festrede hielt der CDU- Gesundheitspolitiker Jens Spahn . Auf ein Mitglied des Kabinetts Stoiber, ursprünglich für die Festrede vorgesehen, hatte die LSU verzichtet: Bayern klagt derzeit als einziges Land gegen das rot-grüne Lebenspartnerschaftsgesetz. ade

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