Berlin : Schwierige Löscharbeiten auf dem Campingplatz Kohlhasenbrück in Wannsee

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Bei einem Brand auf dem Campingplatz Kohlhasenbrück in Wannsee wurde gestern Mittag ein Einfamilienhaus vollständig vernichtet. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil um das Haus jede Menge Gerümpel gelagert war. Die Feuerwehr setzte einen Radlader ein, um die schätzungsweise 40 Kubikmeter Müll - alte Motoren, Farbeimer, Holz, Papier und Platten - auseinander zu schieben und Brandnester zu löschen. Ein Mann kam mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.

Entstanden war der Brand, als der Mieter des Hauses auf dem Dach Bitumenbahnen verschweißen wollten. Dabei setzte er einen Gasbrenner ein. Unmittelbar nach Brandausbruch habe der Mieter noch vergeblich versucht, die Flammen mit einem Gartenschlauch zu löschen, hieß es.

Der Platzwart sei anschließend auf das Dach gestiegen und habe die dort noch stehende Propangasflasche in Sicherheit gebracht, berichtete Jürgen Mann. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes des Deutschen Camping-Clubs. Dabei habe sich der Platzwart eine Rauchvergiftung zugezogen und befinde sich nun im Krankenhaus, sagte Mann.

Er kritisierte auch das Bezirksamt. Dieses sei bereits vor langer Zeit auf die unzumutbaren Zustände rund um das Einfamilienhaus aufmerksam gemacht worden. Es habe auch einen Ortstermin gegeben, geschehen sei aber nichts. Zehlendorfs Bezirksbürgermeister Klaus Eichstädt sagte gestern, er habe bei einem Besuch auf dem Campingplatz gehört, dass es dort eine "Gerümpelecke" gebe. Er glaube auch, dass es dazu im Bezirksamt einen Vorgang gebe, konnte gestern Nachmittag aber keine detaillierten Auskünfte geben.

Campingplatzbewohner sagten, sie hätten den Eindruck gewonnen, dass um das Haus herum Sperrmüll aus entrümpelten Wohnungen gesammelt worden wäre. Feuerwehrbeamte, die zuerst am Brandort eingetroffen waren, wunderten sich über ein Schuld mit der Aufschrift "Schutt abladen verboten". Nach Auskunft der Camper sind bereits mehrfach Ratten in dem Durcheinander gesehen worden.

Gleichzeitig kritisierte Mann, dass der Eigentümer des Grundstückes den Pachtvertrag für den Campingplatz im vergangenen Jahr gekündigt habe, der Mietvertrag für das umstrittene Haus bereits zu einem früheren Zeitpunkt dagegen bis zum Jahr 2011 verlängert worden sei.

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