Berlin : Sechs Jahre Haft für Messerstecher

Der Hochzeitstag lief aus dem Ruder: In einem heftigen Streit mit einem Verwandten zog Nuri D. ein Messer. Es sei keine Notwehr gewesen, urteilte am Freitag das Landgericht. Wegen Totschlags ergingen gegen den 34-jährigen D. sechs Jahre Haft. Als das 39-jährige Opfer vor der Wohnung des Angeklagten in Schöneberg stand, habe sich D. mit einem Messer bewaffnet und im Treppenhaus zugestochen. Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre Haft gefordert.

Das Drama in der Hauptstraße nahm seinen Lauf, als der arbeitslose Stuckateur wieder einmal betrunken nach Hause kam. Seine Frau verließ am Abend des 25. Juni 2011 das Haus. Sie ging zu ihrer Tante und klagte ihr Leid. Der Mann einer Cousine beschloss, Nuri D. umgehend zur Rede zu stellen. Dieser sei in einer sehr aggressiven Stimmung gewesen, hieß es im Urteil.

Nach der Messerattacke lief das Opfer noch auf die Straße. Dort habe D. den Sterbenden mit den Worten „Jetzt kriegst du den Rest“ getreten. Die Richter gingen allerdings von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. K.G.

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