• Sekt aus Weddinger Reben: Seit 1987 baut das Bezirksamt im Volkspark Humboldthain Wein an

Berlin : Sekt aus Weddinger Reben: Seit 1987 baut das Bezirksamt im Volkspark Humboldthain Wein an

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Trocken soll er sein und vielleicht der nördlichste in Europa gereifte Sekt. 480 Flaschen des "Humboldthainer Hauptstadt-Sekts" lagern im Weinkeller des Bezirksamts Wedding. Wo - das will der oberste Winzer des Bezirks, Gärtnermeister Horst Riewendt, nicht verraten. Er befürchtet, dass das Produkt der Reben aus einem etwa 600 Quadratmeter großen und ganze drei Meter hohen "Weinberg" im Volkspark Humboldthain gestohlen werden könnte. Im Oktober 1998 war die Lese der von der Winzergenossenschaft Achkarren am Kaiserstuhl gekelterten Trauben. Vor kurzem wurden die Flaschen geliefert. Der "Hauptstadtsekt" wird nicht verkauft und vom Bezirksamt nur bei besonderen Anlässen wie Verabschiedungen, hohen Geburtstagen oder Goldenen Hochzeiten verschenkt.

Seit 1987 baut Wedding von Amts wegen Wein an. Zur Grünen Woche hatte die Winzereigenossenschaft Achkarren dem Bezirk 99 Rebstöcke der Sorte "Grauer Burgunder" geschenkt. Zehn Mal wurden seitdem Sekt und Wein aus Wedding verarbeitet. Zwischenzeitlich kelterte die Winzergenossenschaft Singolsheim aus dem Elsaß die Weddinger Trauben. Aus dem 1991er Jahrgang sollte sogar Schnaps gebrannt werden, das Unterfangen wurde aber wieder aufgegeben.

1989 wurde aus den Trauben erstmals Sekt hergestellt. Gärtnermeister Riewendt, der für das Grünflächenamt arbeitet, ist für den Schnitt und die Pflege der derzeit 246 Reben zuständig - neben Grauem Burgunder wächst im Humboldthain Müller Thurgau. Bei der Lese 1998 halfen Stadträte, Bezirksangestellte und einige Bürger mit. Nach wenigen Stunden waren die Pflanzen abgeerntet.

Das Keltern des Sekts wirddem Bezirk nicht in Rechnung gestellt, die Genossenschaft betrachtete die Aktion als Werbung für sich, sagt Riewendt. Den Druck der Etiketten des "Humboldthainers" bezahlt das Bezirksamt selbst. Die Aufschrift lautet: "Der Hauptstadtsekt - gewachsen und gelesen im Volkspark Humboldthain. Drei Kilometer nördlich des Bundeskanzleramtes in Berlin-Wedding".

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