Berlin : Senator veranlasst Strafantrag gegen NPD-Anhänger

Frank Jansen

Die NPD gerät zunehmend in Konflikt mit Berliner Schulen und dem Bildungssenator. Nach dem Angriff eines Anhängers der rechtsextremen Partei auf eine Lehrerin der Rudolf-Virchow-Schule in Marzahn hat Senator Klaus Böger (SPD) jetzt die Schulaufsicht angewiesen, Strafanzeige und Strafantrag gegen den Täter zu stellen. Am Montag hatte, wie berichtet, ein NPD-Mann der Lehrerin rechtsextreme CDs entrissen. Zunächst hatte ein NPD-Trupp vor der Schule die „Schulhof-CD“ der Partei verteilt. Einige Schüler gaben CDs bei der Lehrerin ab, die dann der NPD-Mann attackierte. Der Rechtsextremist verschwand, die Polizei ermittelt gegen ihn wegen Raubes.

Senator Böger hat sich jetzt bei der Lehrerin schriftlich bedankt. „Mit Ihrem Einsatz haben Sie alle anständigen Menschen der Stadt hinter sich“, heißt es in dem Schreiben. Böger schickte auch einen Dankesbrief an den Busfahrer, der am Sonntag in Hellersdorf einem Afrikaner geholfen hatte, der von rechten Schlägern überfallen worden war.

Die NPD ist in den vergangenen Tagen auch an weiteren Schulen auf Widerstand gestoßen. Als die NPD am Dienstag an der Kurt-Tucholsky-Oberschule in Pankow auftauchte, hätten viele Schüler die CDs weggeworfen oder Lehrern gegeben, teilten jetzt Schulleiterin Marianne Bartsch und die Schülervertretung mit. Der NPD-Funktionär Jörg Hähnel habe dann Schüler provoziert, heißt es weiter. Eine von Hähnel geführte rechtsextreme Clique hatte auch am Montag versucht, vor zwei Schulen in Weißensee CDs zu verteilen. Dort traten der NPD Politiker der Grünen entgegen, die in Müllsäcken die CDs einsammelten.

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