SERIE WENDEKalender : 23. Februar 1989

Trauerfeier für ein Maueropfer: Chris Gueffroys Tod löste Proteste aus

JAHRE

MAUERFALL

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Chris Gueffroy wird beerdigt. Mehr als 100 Menschen sind zur Trauerfeier gekommen, darunter viele West-Journalisten und Stasispäher. Der junge Kellner, am 5. März auf dem Grenzstreifen am Teltowkanal erschossen, ist inzwischen auch im Westen bekannt. Sein Fall hat Proteste ausgelöst, Erich Honecker muss sich jedesmal verbal verrenken, wenn er West-Besuch empfängt und die Schüsse an der Mauer zur Sprache kommen. Gerade war Lothar Späth bei ihm. Die Trauerfeier findet auf dem Friedhof am Baumschulenweg statt, nicht weit entfernt von dem Ort, wo Gueffroys Leben endete. Am Tag der Trauerfeier wird auf der Westseite des Teltowkanals ein Mahnkreuz für Gueffroy errichtet. Heute erinnert auf der Ostseite eine Stele an sein kurzes Leben. Chris sei „heiter und ungezwungen“ gewesen, zudem überall beliebt, erzählen ehemalige Freunde. Im Internat von Dynamo Berlin, dem Sportverein von Volkspolizei und Staatssicherheit, war er einer der talentiertesten Turner. Die Einberufung zur NVA stand bevor – einer der Gründe für Gueffroy, die DDR zu verlassen. loy

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