SERIE WENDEKalender : 29. Oktober 1989

Eine sehr offene Podiumsdiskussion zwischen Volk und DDR-Oberen

JAHRE

MAUERFALL

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www.tagesspiegel.de/meinjahr89

Der Ost-Berliner Oberbürgermeister Erhard Krack hat das Volk via „Berliner Zeitung“ für 10 Uhr ins Rote Rathaus zum Gespräch eingeladen. Motto: Offene Türen – offene Worte. Die Massen strömen, und schon um halb neun ist klar, dass der Platz drinnen nicht reichen wird. Die führenden Genossen üben sich in Demutsgesten. Polizeipräsident Friedhelm Rausch erklärt sein „tiefes Bedauern“ über die Prügelattacken von Polizisten nach den Feiern zum Republikgeburtstag am 7. Oktober. Zwischen den Diskussionen um Reisefreiheit, die Ausbürgerung Wolf Biermanns, die Prominentensiedlung in Wandlitz und die verfallenden Städte bittet ein Redner die Versammelten um eine Schweigeminute für die Maueropfer. „Tausende von Armen gehen in die Höhe, die Mikrofone sind plötzlich stumm“, schreibt der Tagesspiegel.

Günter Schabowski vom Politbüro erklärt schließlich, dass die angemeldete Demonstration vom 4. November genehmigt werde. Es wird mit einer halben Million Teilnehmer die größte nicht staatlich gelenkte Demonstration in der Geschichte der DDR. loy

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