Shah Rukh Khan : Bollywood in Berlin - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren drehte Indiens Star Shah Rukh Khan in Berlin seinen neuen Film "Don 2" – mit 3000 Statisten. Auch Milla Jovovich drehte ab Dienstag in Babelsberg. Was Sebastian Leber darüber schrieb.

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Das ist die Krönung. Im Februar war Shah Rukh „King“ Khan auf der Berlinale zu Gast, um seinen Film „My Name is Khan“ vorzustellen. Nun dreht er einen Thriller. Foto: ddp
Das ist die Krönung. Im Februar war Shah Rukh „King“ Khan auf der Berlinale zu Gast, um seinen Film „My Name is Khan“...Foto: ddp

Als er das erste Mal in Berlin zu Gast war, musste die Polizei einen Straßenzug absperren. Als er das zweite Mal kam, zahlten Fans 500 Euro auf dem Schwarzmarkt, um sich gemeinsam mit ihrem Idol eine Kinopremiere anzusehen. Man weiß nicht genau, was diesmal passiert, aber sicher ist: Die Fanhysterie wird gewaltig sein.

Shah Rukh Khan, 44, indischer Kinostar, größter Bollywood-Schauspieler aller Zeiten, ist in der Stadt. Und er bleibt bis Dezember, 50 Drehtage lang, um hier seinen neuen Film „Don 2“ zu produzieren. Dass Berlin als Schauplatz vorgesehen war, sickerte bereits im Sommer durch. Doch die Dimension dieses Projekts wurde lange geheim gehalten – vor allem, um der indischen Crew die ersten Drehtage zu erleichtern, heißt es.

Rund 50 Mitarbeiter sind schon angereist, Khan selbst landete am Sonntagvormittag in Tegel. Zahlreiche Fans hatten ihn bereits erwartet, im Internet kursierte das Gerücht, Khan sitze in der Maschine. Das reichte für den ersten Massenauflauf. Der Schauspieler reagierte gelassen, er ist das gewohnt, nach einigem Händeschütteln steckte er sich eine Zigarette an. Später am Tag wurde er im Spa-Bereich des Grand Hyatt am Potsdamer Platz gesehen, aber eingemietet hat er sich dort nicht. Fans vermuten, dass ihm ein Appartement im Süden der Stadt zur Verfügung gestellt wurde.

Überhaupt die Fans. Seit die ersten Hinweise auf den Dreh auftauchten, wird in Online-Foren spekuliert. Die hartnäckigsten Gerüchte: Khan wird auch am 2. November in Berlin sein – und damit seinen 45. Geburtstag an der Spree feiern. Sein Management will eine größere Party ausrichten, die Ehefrau des Schauspielers und beide Kinder werden eingeflogen. Das macht Khan sonst nie.

„Don 2“ soll sich auch für Berlin lohnen. Die Stadt und ihre bekannten Gebäude werden mehrfach prominent ins Bild gerückt, gedreht wird unter anderem am Gendarmenmarkt, vor dem Kanzleramt und am Hauptbahnhof. Das könnte einen neuen Touristenboom auslösen. Denn wenn Bollywood-Filmer eine exotische Kulisse suchen, wählen sie klassischerweise abgelegene Dörfer in den Alpen aus, die Schweiz gilt in Indien deshalb als Sehnsuchtsort wie etwa die Karibik in Deutschland. „Don 2“ soll das ändern und indische Touristen an die Spree locken. Bisher kommen nur rund 8000 pro Jahr.

Auf bollywoodtypische Tanzchoreographien will Shah Rukh Khan diesmal verzichten. Der Film ist die Fortsetzung eines Agenten-Thrillers, in dem Khan sowohl einen Mafioso als auch einen verdeckten Ermittler mimte – und bei dem nie so recht klar war, in welcher Rolle er gerade zu sehen war. Für „Don 2“ wurden auch diverse deutsche Darsteller verpflichtet, der bekannteste ist der Berliner Florian Lukas. Außerdem dürfen 3000 Komparsen mitspielen. Hauptdarsteller Khan hat angekündigt, dass er die Zeit nutzen möchte, um Deutsch zu lernen. Ein bisschen kann er schon. „Dankeschön“, „Achtung“ und „Autobahn“.

Neben dem Inder ist seit dem Wochenende noch ein weiterer internationaler Star in der Stadt: Milla Jovovich reiste am Sonntag an, um hier an der 3-D-Verfilmung von Alexandre Dumas’ „Die drei Musketiere“ mitzuarbeiten. Diesen Dienstag beginnen die Aufnahmen in Babelsberg, bis Ende November sollen Jovovich noch Christoph Waltz und Orlando Bloom folgen. Letzterer übernimmt die Rolle des Herzogs von Buckingham, und obwohl ihn vermutlich nicht so viele Fans verfolgen werden wie Shah Rukh Khan, muss er zumindest mit Unmengen Paparazzi vor seinem Hotel rechnen. Die versuchen seit Wochen, Fotos von Blooms schwangerer Frau Miranda Kerr zu schießen – und zwar unbedingt im Profil. Ein gut erkennbarer Babybauch verdoppelt das Abdruckhonorar.

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren"

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