Show im Berliner Tempodrom : André Heller kommt mit neuem Afrikaspektakel

Im Tempodrom ist ab Freitag bis zum 25. April die Zirkusshow des österreichischen Künstlers André Heller statt. "Afrika! Afrika" heißt das Spektakel. Die Idee zu der Inszenierung hatte Heller schon vor über 30 Jahren.

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Eindrücke von den Proben für die neue Show.
Eindrücke von den Proben für die neue Show.Foto: Promo/Afrika! Afrika!

Das Tempodrom ist wie geschaffen für André Heller. Immer wieder sei er von afrikanischen Künstlern „innig gebeten“ worden, „wieder eine würdige Plattform für ihr großes Können zu schaffen“. Allerdings hat der Schöpfer der Zirkusextravaganz „Afrika! Afrika!“ bei der letzten Tournee 2005 bis 2007 offenbar eine gründliche Abneigung gegen Zelte entwickelt. „Mir war klar: Auf keinen Fall mehr ein Zirkuszelt und eine jahrelange Dauertournee“, sagt Heller. „Die Zeltstadt erfordert mit allem Drum und Dran einen gigantischen Transportaufwand und bis zu zehn Tage Aufbauzeit.“ Also entschied er sich, die neue Show für Theater und kleinere Hallen zu konzipieren.

Im Tempodrom wird er dem alten Zirkusgefühl dabei wohl am nächsten kommen. Mit neun Vorstellungen gehört Berlin nicht umsonst zu den längsten Stopps der neuen Tournee. Vom 18. bis 25. April verwandelt sich das feste Zeltgebäude an der Möckernstraße in Hellers „Kontinent des Staunens“. Rund 85 Prozent der Künstler seien zum ersten Mal dabei, hieß es.

Auch wer bei früheren Gastspielen „Afrika! Afrika!“ bereits erlebt hat, kann mit neuen Darbietungen rechnen. Insgesamt 77 Künstler aus 14 Ländern sind im Einsatz in der Show, die ihr Erfinder als „ganz heutig sowie um einiges exzentrischer und subtil-spektakulärer als 2007“ beschreibt. So sollen auf insgesamt 140 Quadratmetern LED-Fläche surreale Bildwelten der afrikanischen Vergangenheit und Gegenwart gezeigt werden. André Heller und der von der Elfenbeinküste stammende Choreograf Georges Momboye haben in Österreich bereits das „Goldene Ticket“ für die Show kassiert. Eine Verlängerung hat der Wiener Künstler ausgeschlossen. Sieben Monate sind für ihn genug. Allerdings sah es schon vor sieben Jahren so aus, als könne die Show nicht weitergehen, weil es hinter den Kulissen zu Honorarauseinandersetzungen mit Künstlern und Querelen mit dem Produzenten gekommen war. Inzwischen scheinen die bereinigt zu sein, der frühere Produzent berät nur noch, seine Frau führt die Geschäfte. Der Verzicht auf Zelte hat nach Angaben der Veranstalter viel Stress reduziert.

Die Idee für eine Afrikainszenierung ist dem österreichischen Künstler bereits 1973 gekommen. Bis zur Verwirklichung dauerte es dann über 30 Jahre. Wie er auf den Titel der Show gekommen ist, hat André Heller mal so beschrieben: Er habe sich einen Matrosen vorgestellt, der im Ausguck eines Schiffes sitzt, das lang ersehnte, unbekannte Land erblickt und freudig ausruft: „Afrika! Afrika!“

Afrika! Afrika!, 18.-25. April (außer Montag) im Tempodrom, Möckernstr. 10, Kreuzberg. Mehr unter: www.afrikaafrika.de.

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