Berlin : Silvesterfeier am Brandenburger Tor: Anstoß ins WM-Jahr

André Görke,Henrik Mortsiefer

Auf der Straße des 17. Juni werden nicht erst während der Fußball-WM 2006 hunderttausende Menschen feiern – sondern schon in der Silvesternacht. „Der Jahreswechsel wird ganz im Zeichen der Weltmeisterschaft stehen“, sagte der Veranstalter der Silvesterfeier, Willy Kausch, dem Tagesspiegel. In der Nacht zum 1. Januar werden zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor eine Million Menschen erwartet, die unter dem diesjährigen Motto „Welcome to Germany“ feiern. Zu den Ehrengästen sollen hochrangige Politiker gehören sowie Fußballgrößen wie der Präsident des WM-Organisationskomitees, Franz Beckenbauer.

Ab 19 Uhr soll die Show auf einer gläsernen Bühne vor der Westseite des Brandenburger Tors beginnen. 32 Fußbälle mit einem Durchmesser von knapp zwei Metern werden mit den Landesfahnen der qualifizierten WM-Teams bedruckt. Sie sollen nacheinander von Botschaftern symbolisch durch das Tor befördert werden. Aus den Boxen werde dazu „landestypische Musik“ gespielt, kündigte Kausch an. Pro symbolischen Torschuss sind knapp 40 Sekunden eingeplant. „Wir beginnen mit dem Buchstaben A“, sagte Kausch. Angola macht in der Silvesternacht also den Anfang – die USA werden als letztes Land begrüßt.

Damit alle Zuschauer auf der Straße des 17. Juni etwas von der Zeremonie sehen, wird die Show auf vier Leinwänden übertragen – zwei stehen vor dem Brandenburger Tor, eine ist auf halber Strecke platziert, eine weitere steht am Ende der Silvestermeile, an der Siegessäule. „Wir wollen ein schönes, buntes Bild aus der Endspielstadt Berlin in die Welt hinaus senden“, sagte Kausch. Nach seinen Angaben laufen Verhandlungen mit Fernsehsendern, die auch das zehnminütige Feuerwerk um Mitternacht übertragen.

Der Etat der Silvesterfeier liegt bei rund 800 000 Euro. Einen Großteil finanzieren Sponsoren wie Pepsi-Cola, Rotkäppchen-Sekt und Berliner Bierfirmen. Auch die Organisatoren der WM-Imagekampagne der Bundesregierung, „Land der Ideen“, werden sich mit einem Truck und Informationsständen auf der Straße des 17. Juni präsentieren. Auf den Leinwänden werden zudem Werbespots gezeigt. Nach der WM-Begrüßungsfeier wird in neun Großzelten, die bis zu tausend Menschen Platz bieten, sowie vor der Bühne bis nach Mitternacht weitergefeiert. In Zusammenarbeit mit einem Radiosender werden auf der Bühne Musiker auftreten.

Kausch kündigte zudem an, sich mit seiner Agentur um die Ausrichtung der Fanmeile während der WM 2006 zu bemühen. Der Senat hatte diese am Montag endgültig auf die Straße des 17. Juni verlegt. Die Zeit dränge wegen der späten Bekanntgabe, sagte Kausch. Vor allem die Sponsorensuche werde schwierig. „Eine Refinanzierung mit Bier- und Bratwurstbuden wird nicht funktionieren“, sagte Kausch. Dennoch sei das Projekt attraktiv. Seine Agentur „Silvester in Berlin“ veranstalte die Feier zum Jahreswechsel seit elf Jahren. „Wir kennen den Ort und die Sicherheitsanforderungen“, sagte Kausch, das spreche für ihn. Zudem trat er Spekulationen entgegen, er werde nach der diesjährigen Silvesterfeier aufhören.

Welcher Song an Silvester beim Torschuss des deutschen WM-Balles gespielt wird, wollte Kausch hingegen nicht sagen. Das wichtigste Detail für den Jahreswechsel ist hingegen geklärt: Das Internetauktionshaus Ebay darf die letzten Sekunden mit seinem Werbeslogan herunterzählen. Drei, zwei, eins … Prost Neujahr!

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