• Skurriler Appell eines S-Bahn-Mitarbeiters: "Sehr geehrte Vandalen, bitte lasst die Kameras heil!"

Skurriler Appell eines S-Bahn-Mitarbeiters : "Sehr geehrte Vandalen, bitte lasst die Kameras heil!"

Am Bahnhof Pankow-Heinersdorf klebte die letzten Tage ein Hinweis, dass Vandalen keine Kameras zerstören sollen. Immerhin seien die Aufzeichnungen ja nicht für die NSA bestimmt.

Marie Rövekamp
Dieser kuriose Hinweis am S-Bahnhof in Pankow erregte viel Aufmerksamkeit. So wurde es zum Beispiel hier veröffentlicht: www.notesofberlin.com/wp-content/uploads/2013/08/S-Pankow-Heinersdorf-bjoern-1024x768.jpg
Dieser kuriose Hinweis am S-Bahnhof in Pankow erregte viel Aufmerksamkeit. So wurde es zum Beispiel hier veröffentlicht:...Foto: notesofberlin.de

"Sehr geehrte Vandalen!" – So beginnt der Appell eines S-Bahn-Mitarbeiters, der in dieser Woche am Bahnhof Pankow-Heinersdorf klebte. "Dies ist eine Kamera zur Abfertigungsunterstützung des Zuges und dient der Sicherheit beim Ein- und Aussteigen." Zwar handelt es sich bei diesem Hinweis nicht um ein offizielles Schreiben der Deutschen Bahn, laut einem Sprecher sei es jedoch inhaltlich in Ordnung. Zumindest bis zu dieser Zeile. Denn bei dem, was danach folgt, sei der Mitarbeiter in seinem Frust über die Zerstörungswut, die der Bahnhof manchmal erlebe, „über das Ziel hinaus geschossen“.

Im zweiten Absatz folgt die Erörterung: "Eine Datenaufzeichnung der Kamerabilder ist nicht vorgesehen und auch eine Übertragung der Daten zur NSA und FBI ist nicht möglich." Für die Deutsche Bahn eine absolut unpassende Äußerung. Aus diesem Grund entfernte das Unternehmen schließlich auch den Hinweis, wie ein Sprecher dem Tagesspiegel am Freitagmorgen mitteilte. Stattdessen wolle er lieber das Sicherheitspersonal auf dem Bahnsteig erhöhen, damit Unbekannte die Kameras nicht länger bekleben, beschmieren oder zerstören können.

Gezettelt in Berlin
Argumente für mehr Bier und Stullen, gesehen der Friedrichstraße.Weitere Bilder anzeigen
1 von 1460Foto: Maik Werther
20.09.2017 09:55Argumente für mehr Bier und Stullen, gesehen der Friedrichstraße.

Vandalismus ist nicht nur am Bahnhof in Pankow in Problem. Im vergangenen Jahr investierte die S-Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über 12 Millionen Euro in die Reparatur von Schäden an Fahrzeugen und Anlagen. Zur Abschreckung und zur möglichen Fahndung nach mutmaßlichen Täter sollen die Kameras deshalb helfen. Solange sie eben nicht selbst beschädigt werden.

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