Berlin : So gelingt der Weg zur Lehrstelle

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Um die Chancen von Hauptschülern auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, hat sich in Berlin vor gut einem Jahr das „Netzwerk Hauptschule“ gegründet. Es kopiert eine Hamburger Idee, die einfach und erfolgreich ist: Firmen und Hauptschulen suchen gemeinsam nach Azubis, jenseits von Zensuren. Um Ausbildungsfähigkeit geht es und Ausbildungswilligkeit: Ist ein Schüler zuverlässig, pünktlich? Steht der eine Ausbildung durch? Dazu werden Mentorengespräche mit den Schülern geführt, sie werden zu Bewerbungstrainings und Probevorstellungsgesprächen geschickt.

In Hamburg, wo der Otto-Versand treibende Kraft ist, gehören alle 109 Hauptschulen zum Netzwerk und 73 Unternehmen. Seit 2001 hat sich die Zahl der Hauptschulabgänger, die einen ungeförderten Ausbildungsplatz gefunden haben, auf 22 Prozent verdoppelt, darunter sind ein Fünftel Migranten. Dem Hamburger Modell folgen mittlerweile auch die Städte Frankfurt am Main, München, Hannover und Basel.

In Berlin hat das Netzwerk mit zehn Hauptschulen und gut 20 Unternehmen begonnen – neben Ikea auch Kaiser’s Tengelmann, die BSR, die Wasserbetriebe und Daimler-Chrysler. Nach einem halben Jahr sah die Bilanz so aus: zwölf Ausbildungsplätze und einige Praktika. Heute machen zwölf Hauptschulen mit, nächste Woche soll die Runde der beteiligten Hauptschulen erweitert werden. „Wir sind ganz zufrieden“, sagt Karla Werkentin, die Schulleiterin der Heinz-Brandt-Oberschule in Weißensee.

Möglicherweise will sich auch der Verband der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie anschließen. Der Verband sieht Schüler mit Migrationshintergrund als „Chance auch der regionalen Industrie, im globalen Wettbewerb langfristig erfolgreich zu bestehen“. Ausländische Schüler könnten Firmen helfen, internationale Märkte zu erschließen. clk

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