Sonderausstellung : Dokumente jüdischen Lebens

Im Heidemuseum in Spremberg ist eine Sonderausstellung über das Leben der Juden in der Niederlausitz eröffnet worden.

Spremberg - Die Exposition mit dem Titel "Gestern sind wir gut hier angekommen" ist bis zum 12. November zu sehen. Sie zeige auf 40 Schrift- und Bildtafeln sowie in vier Vitrinen das jüdische Leben in der Niederlausitz der vergangenen 100 Jahre, sagte Museumsleiter Eckbert Quast bei der Eröffnung im Spremberger Schloss. Außerdem werde über die barbarische Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung während der NS-Diktatur informiert.

In der Schau werden die Einzelschicksale von jüdischen Familien aus Finsterwalde, Senftenberg, Großräschen und Lübben sowie Forst, Guben, Peitz, Cottbus und Spremberg dargestellt. Auch die lebensrettende Flucht des Juden und späteren Fernsehmoderators und Quizmasters von "Dalli-Dalli", Hans Rosenthal, 1941 von Berlin in die Niederlausitz wird dokumentiert.

Leuchter aus der Reichsprogromnacht

Eindruckvollstes Exponat ist den Angaben nach der neunarmige Chanukka-Leuchter aus der in der Reichsprogromnacht am 9. November 1938 von den Nazis abgebrannten Cottbuser Synagoge. Das schmiedeeiserne Kunstwerk wurde damals heimlich von einem Mitglied der jüdischen Gemeinde gerettet, die zu diesem Zeitpunkt rund 400 Mitglieder hatte. Auch das einzige noch existierende Originalplakat des 1947 von Regisseur Kurt Maetzig gedrehten DEFA-Films "Ehe im Schatten" ist in Spremberg zu sehen.

Bei den Dokumentationen über jüdische Bürger in der Niederlausitz werde unter anderen der Cottbuser Mäzen und jüdische Tuchfabrikant Max Grünebaum (1851-1925) vorgestellt, sagte der 47-jährige Museumsleiter. Die Kinder Grünebaums hatten 1938 vor den Nazis nach England flüchten müssen und gründeten 1997 die gleichnamige Stiftung. Am 1. Oktober werde durch sie in Cottbus wieder der Max-Grünebaum-Preis an junge Künstler des Cottbuser Staatstheaters und junge Forscher der Cottbus Universität verliehen. (tso/ddp)

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