SONNTAGS um zehn : Große Träume in Borsigwalde

Die afrikanische Gemeinde Akebulan Global Mission feiert Gottesdienst.

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Zwischen den Backsteingebäuden, die einst Fabrikchef Borsig für seine Arbeiter bauen ließ, steht auf einmal eines aus Holz: eine Art Baracke, eingeschossig, mit gelber Fassade und einem schlichten Holzkreuz über der Tür. Hier trifft sich „Akebulan Global Mission“, eine afrikanisch-globale Gemeinde. Pastor Peter Arthur und seine Frau Steffi tragen traditionelle Kleidung aus Ghana, auf den leuchtend blauen Stoff ist ein altes afrikanisches Symbol gestickt – zwei Krokodile, die einen gemeinsamen Magen haben. In der Mitte, durch den Magen, verläuft ein Kreuz: „Das bedeutet, dass alle Menschen die gleichen Grundbedürfnisse haben und durch Christus genährt werden“, erklärt Steffi Arthur das Logo ihrer Kirche.

Als der Lobpreis beginnt, strömen immer mehr Gemeindemitglieder in den Raum, vorwiegend Afrikaner. Eine Stunde lang wird gesungen, Pastor Arthur trommelt, seine 13-jährige Tochter Phinissia singt, am Keybord steht Alexander im Karohemd. Spätestens beim ersten Spiritual sind alle wach: Sie klatschen, heben die Hände, es gibt die ersten Tanzeinlagen. Nur einen Jungen scheint die Musik nicht zu stören, er liegt über die letzte Stuhlreihe hinweg ausgebreitet – und schläft.

Die Predigt beginnt mit einer Aussage Jesu aus dem Matthäusevangelium, sinngemäß: Auch wenn etwas menschlich unmöglich ist, ist bei Gott alles möglich. Arthur, der früher als Seemann die ganze Welt gesehen hat, spricht davon, wie auch aus schwierigen Umständen Gutes entstehen kann: „Träume, und träume groß!“ Als Beispiele nennt er zwei afro- amerikanische Bürgerrechtler, die sich beide aus der Sklaverei freigekämpft und aus dem Glauben heraus für eine bessere Gesellschaft eingesetzt haben. Der Bogen zu hier und heute: Auch in Berlin lohne es sich, sich einzusetzen, zum Beispiel für Bildung und Integration. „Eine tolle Ermutigung“, findet Anja Shakunle, die mit einem Nigerianer verheiratet ist. „Viele Afrikaner haben es hier schwer, und trotzdem lohnt es sich, gemeinsam etwas zu verändern.“ Katrin Arnholz

Akebulan Global Mission e. V., Räuschstraße 37, Borsigwalde, Gottesdienst Sonntag 11 Uhr, www.akebulan-gm.org

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