"Sozial-Taste" : Idee für den Ku'damm: Beim Parken Gutes tun

Im Wirtschaftsausschuss gab es dafür schon eine Mehrheit für die "Sozial-Taste". Jetzt soll die Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg-Wilmersdorf entscheiden: Auf dem Kurfürstendamm können Autofahrer, sofern sie das wollen, beim Parken freiwillig mehr bezahlen.

Den Mehrbetrag will der Bezirk an soziale Einrichtungen und Projekte überweisen. Vorbild für die Idee sind die Wohlfahrtsmarken der Post, bei denen die Kunden 20 oder 40 Cent pro Briefmarke draufzahlen. Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD): „Die Idee steht schon länger im Raum.“ Der Haken: Die vorhandenen Parkscheinautomaten müssten umgebaut und um eine „Sozial-Taste“ ergänzt werden. Oder es müssten ganz neue Parkscheinautomaten aufgestellt werden, an denen ausschließlich die Sozial-Parkscheine verkauft werden. „Letzteres halte ich nicht für praktikabel“, so Schulte.

Bleibt somit noch die Umrüstung, die bis zu 400 Euro pro Parkscheinautomat kosten würde. Bis diese Kosten wieder drin sind, würden die Beträge, die Autofahrer freiwillig mehr bezahlen, statt auf den Konten sozialer Vereine im Säckel des Bezirksamts landen.

BVV-Ältestenrat sollen Spenden verteilen

Es könnte dann also noch ein bisschen dauern, bis die ersten Spenden tatsächlich bei den sozialen Trägern ankommen. Stadtrat Schulte schreckt das nicht, er möchte sich aber die Kosten für die Umrüstung der Parkscheinautomaten durch die BVV absichern lassen. „Wir würden bei einem entsprechenden Votum der BVV mit zehn Automaten an drei bis fünf Standorten anfangen“, sagt der Stadtrat. Das Zentrum des Charity-Parkens solle rund um den Kurfürstendamm liegen.

Erfahrungen, wie viele Autofahrer tatsächlich freiwillig mehr zahlen, gibt es noch nicht. Das Bezirksamt würde also deutschlandweit eine Vorreiterrolle übernehmen. Als Spendenquittung werde der Parkschein mit dem Sozial-Aufschlag nicht durchgehen, das Amt werde auch keine Belege ausstellen. Auf dem Parkschein soll den Spendern aber für ihr soziales Engagement gedankt werden. Über die Verteilung der erwarteten Erlöse solle künftig der Ältestenrat der BVV entscheiden – nachdem die Vereine und Träger entsprechende Anträge gestellt haben. oew

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