Soziales Engagement : 1400 Geschenke für Kinder

Der Verein „Laughing Hearts“ und Spender spielen Weihnachtsmann für Kinder, die in Heimen wohnen oder sozial benachteilig sind. Am Sonntag wird im Alhambra-Kino gefeiert.

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So stellt man sich das Haus des Weihnachtsmanns vor: In der Bürogemeinschaft des Vereins Laughing Hearts türmen sich Geschenke. Aus dem Konferenzraum wurde der Tisch herausgetragen, doch das reicht nicht. Die Flut aus Spielzeug, Fußbällen, Schminke und Büchern erstreckt sich auch über den Flur, über Schreibtische und freie Stellen auf dem Boden. In der vorigen Woche kamen zehn Freiwillige, um den ersten Schwung in Geschenkpapier einzuwickeln.

Rund 1400 Geschenkwünsche erfüllt der Verein Laughing Hearts Berliner Heimkindern und sozial benachteiligten Kindern. Der spendenfinanzierte Verein kümmert sich seit 2009 um sie, veranstaltet Aktionen, ermöglicht Ausflüge, Mitgliedschaften in Sportvereinen und unterstützt sie in ihren Zukunftsplänen.

Die Sammelaktion startete Mitte November. In rund 20 Einrichtungen – darunter das Alexa-Center am Alexanderplatz, das Wellness-Resort Aspria Berlin am Ku’damm und das Restaurant Mom’s Favourite am Potsdamer Platz – wurden an Vereinsständen und Weihnachtsbäumen die Wünsche der Kinder aufgehängt. Spender pflücken einen Wunsch und erfüllen ihn, indem sie das Geschenk besorgen oder zehn Euro spenden.

Am Sonntag gibt es eine Weihnachtsfeier für Heimkinder im Weddinger Alhambra-Kino. Rund 300 Kinder erhalten Geschenke. Der Rest wird bis Heiligabend verteilt. „Wir bekommen täglich neue Wünsche“, sagt Vereinsleiterin Nadine Weber. Zehn bis 20 Euro dürfen sie kosten – aber Weber nimmt es nicht immer so streng. „Bevor ich traurige Kinder habe, zahle ich lieber fünf Euro mehr.“Die Wünsche zu erfüllen, ist eine logistische Mammutaktion. Die Geschenke müssen an das richtige Kind gelangen, und wenn ein Zettel nicht gepflückt wurde, besorgt Laughing Hearts das Gewünschte selbst. „Wir sichern ab, dass alle Kinder ihr Geschenk bekommen“, sagt Nadine Weber. Aber manchmal geht es um Geschmacksfragen, etwa bei Ohrringen. Dann fragt Nadine Weber lieber nach. Auch der Wunsch „Bademantel, kuschelig, Leopardenmuster“ sei eine Herausforderung.

Viele Spender, die Geschenke selbst besorgen, geben sich große Mühe. „Das ist meistens supersüß eingepackt, oft mit Süßigkeiten dran oder mit Briefen“, sagt Weber. Die Briefe allerdings muss Weber entfernen, denn schließlich sollen die Geschenke vom Weihnachtsmann kommen. Da sei es irritierend, wenn der Brief einer fremden Person am Geschenk hängt.

Die meisten Wünsche, die noch nicht durch Spender erfüllt worden sind, hat der Verein inzwischen besorgt. Am meisten helfen jetzt also Spenden. Doch selbst wenn ein Geschenk mal doppelt vorhanden ist, gilt das nicht als Problem. „Wir haben das ganze Jahr über Veranstaltungen, auch mit Verlosungen“, sagt Nadine Weber. Da gehe kein Geschenk verloren. Franziska Felber

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